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Gewerbe erhält in Küblis viel Platz

Mit einem Gewerbepark will ein Unternehmer neue Firmen nach Küblis bringen. Das Projekt soll auch dazu beitragen, dass die Jugend dem Prättigau nicht den Rücken kehrt. Die Nachbargemeinde Luzein steht zudem kurz davor, bei Küblis eine grosse Gewerbezone zu schaffen.

Béla
Zier
06.03.18 - 10:00 Uhr
Politik
Eine wirtschaftliche Chance: So präsentiert sich in einer Visualisierung der geplante dreigeschossige Gewerbepark von Küblis.
Eine wirtschaftliche Chance: So präsentiert sich in einer Visualisierung der geplante dreigeschossige Gewerbepark von Küblis.
VISUALISIERUNG HARTMANN ARCHITEKTEN KÜBLIS AG

Neue Firmen ansiedeln und Arbeitsplätze schaffen. Diese Absicht zur Wirtschaftsförderung verfolgt so gut wie jede Gemeinde in Graubünden. Niedergeschrieben sind solche Zielvorstellungen schnell, Umsetzung und Erfolgsmeldung stehen dann allerdings auf ei-nem anderen Blatt.

In Küblis soll es nicht beim Vorsatz bleiben. Dazu möchte der Unternehmer und Firmeninhaber Markus Patt mit einem für den Ort vielversprechenden Projekt beitragen. Der 47-Jährige will einen dreigeschossigen Gewerbepark bauen. Die Investition ist kein Pappenstiel, Patt spricht von einer Summe von acht Millionen Franken.

Ein unternehmerischer Versuch

Der Gewerbepark ist auf einem an das Firmengebäude der Kübliser Terno AG angrenzenden Grundstück geplant. Dieses vor allem auf Stahlbau spezialisierte Unternehmen gehört Patt, ebenso das nun zur Überbauung vorgesehene Areal. Er habe wiederholt Anfragen erhalten, ob die ungenutzte Parzelle zu verkaufen sei, sagt Patt. Von dem Bauland habe er sich nicht trennen wollen, aber aufgrund des Interesses Dritter gemerkt, dass man in Küblis die Industrie fördern müsse. Dies deshalb, weil Gewerbeland im Prättigau knapp sei. Daraus sei schliesslich die Idee für ei-nen Gewerbepark entstanden.

Im Gewerbepark wären viele Nutzungen – vom Schreiner über den Autolackierer bis hin zur Digitalfirma – denkbar.

Patt beauftragte die Hartmann Architekten Küblis AG mit der Projektausarbeitung. Jetzt wird mittels einer Ausschreibung sondiert, ob denn tatsächlich auch genügend Nachfrage für die Nutzung besteht. «Wir hatten keine Warteliste und niemanden, der im Vorfeld konkret zugesagt hat», erklärt Patt die Ausgangslage. Im Herbst 2018 soll der Entscheid fallen, ob das Projekt realisiert wird. Die Baueingabe soll in den nächsten eineinhalb Monaten erfolgen. Der erste Spatenstich wäre im Frühjahr 2019 und der Bezug im Herbst 2020 vorgesehen. Seine Firma, die Terno AG, werde nicht erweitert und benötige im Gewerbepark keinen Platz, sagt Patt. Und das wäre sein Vorteil, denn so sei er zeitlich nicht gebunden: «Ich kann das Projekt auch noch in fünf Jahren umsetzen. Wenn momentan der Bedarf nicht vorhanden ist, dann stellen wir den Bau zurück.»

Chance für viele Betriebsarten

Der Gewerbepark würde inklusive Garagen eine Fläche von rund 4000 Quadratmetern umfassen. Bezüglich der Tätigkeit der Mieter möchte Patt nichts ausschliessen. «Es kann eine Schrei- nerei oder ein Autolackierer sein, wir wollen das möglichst offen lassen.» Auch hinsichtlich eines allfälligen Einzugs von im Digitalbereich tätigen Firmen oder von Start-ups zeigt sich der Unternehmer absolut offen.

Absolut im Vordergrund steht für Patt, das durch sein Vorhaben in Küblis möglichst viele Arbeitsplätze geschaffen werden können. Dabei hat er auch die Jugend im Auge, der im Prättigau attraktive Arbeitsplätze geboten werden sollen, um die Talentabwanderung zu stoppen. Patt dazu: «Wenn die jungen Leute weg sind, habe ich in 15 bis 20 Jahren auch Probleme, Mitarbeitende zu finden.»

Synergien für den eigenen Betrieb

Mit seiner Terno AG ist Markus Patt in Graubünden sowie im Raum Ostschweiz tätig. Beschäftigt sind 23 Mitarbeitende und sieben Auszubildende.

Die Auftragsbücher seien momentan sehr gut gefüllt, freut sich Patt. Je nachdem könne seine eigene Firma dann direkt von Betrieben profitieren, die sich im Gewerbepark einmieteten. Dann nämlich, wenn diese Unternehmen Stahlteile benötigten, die sie zuvor anderswo beschafft hätten: «Dann könnten Synergien genutzt werden.»

Luzein hat Entscheid in der Hand

Während der Gewerbepark noch in der Schwebe hängt, steht der Schaffung einer grossen Gewerbezone im Raum Dalvazza bei Küblis kaum mehr etwas im Weg. Die Initiative dafür geht von der Gemeinde Luzein aus, ihr gehört dort Land. Auf einer Fläche von rund 8900 Quadratmetern soll die Gewerbezone «Sandlöser» entstehen. Firmen zeigten an dem Areal Interesse, heisst es bei der Gemeinde. Im April soll die Luzeiner Gemeindeversammlung über dieses Planungsprojekt entscheiden.

Béla Zier ist Redaktor der gemeinsamen Redaktion Online/Zeitung «Südostschweiz» und «suedostschweiz.ch» und berichtet über die Region Davos und das Prättigau. Er ist seit 1993 für die Medienfamilie Südostschweiz tätig und arbeitet dort, wo er auch wohnt. In Davos. Mehr Infos

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