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Die Jugend gibt Vollgas – und macht Graubünden olympisch

Der Schweiz stehen drei sportliche Grossanlässe bevor. Jetzt ist klar: Auch Graubünden bekommt sein Stück vom Kuchen. Das will sich der Bund einiges kosten lassen.

Olivier
Berger
02.03.18 - 04:30 Uhr
Politik
Die Jugend misst sich: Dank dem Olympia-Bobrun wird St. Moritz Schauplatz der Olympischen Jugendspiele.
Die Jugend misst sich: Dank dem Olympia-Bobrun wird St. Moritz Schauplatz der Olympischen Jugendspiele.
KEYSTONE

Kommende Woche wirds im Ständerat sportlich: Die kleine Kammer des nationalen Parlaments diskutiert über die finanzielle Unterstützung von drei grossen Sportanlässen durch den Bund. Konkret ist die Schweiz im Jahr 2020 Gastgeberland der Eishockey-Weltmeisterschaften und der Olympischen Jugendspiele; ein Jahr später stehen mit der Universiade die Weltspiele der Studentinnen und der Studenten auf dem Programm.

Mit Bündner Beteiligung

Während die Eishockey-WM in Lausanne und Zürich über das Eis geht, haben für die Jugendspiele Lausanne und für die Universiade die Innerschweiz den Zuschlag erhalten. Allerdings geht Graubünden nicht leer aus. Laut der Botschaft des Bundesrates ans Parlament sollen bei den Olympischen Jugendspielen gleich mehrere Wettbewerbe in St. Moritz stattfinden. Vorgesehen sind die Wettkämpfe in Einzelbob, Schlitteln, Skeleton und Eisschnelllauf.

Neu ist, dass Graubünden auch bei der Universiade im Jahr 2021 zum Zug kommen soll. Wie auf der Internetseite der Veranstalter nachzulesen ist, sollen die Biathlon-Wettbewerbe auf der Lenzerheide stattfinden. Diese waren zunächst in Realp im Kanton Uri vorgesehen. Noch unklar ist ausserdem, wo dereinst die alpinen Skifahrerinnen und Skifahrer auf Medaillenjagd gehen.

Bisher keine Begehrlichkeiten

Zumindest in den ursprünglichen Finanzierungsplänen der beiden Veranstalter sind Graubünden und die Austragungsorte nicht ausdrücklich als Geldgeber aufgeführt. Die Olympischen Jugendspiele rechnen für ihr 31-Millionen-Budget mit 24 Millionen Franken von der öffentlichen Hand. Der Bund, der Kanton Waadt und die Host-City Lausanne sollen dabei jeweils einen Drittel beisteuern.

Die Universiade geht von einem ausgeglichenen Budget von 33,5 Millionen Franken aus. Ursprünglich wollte sich der Bund mit elf Millionen Franken beteiligen. Der Nationalrat hat den Beitrag im Dezember um drei Millionen erhöht. Insgesamt 13 Millionen Franken sollen die Kantone beisteuern.

Acht Millionen nach Graubünden

Der Ständerat diskutiert aber nicht nur über die finanzielle Beteiligung an den drei Grossanlässen, sondern es geht auch um 20 Millionen Franken Beiträge an Schneesportanlagen von nationaler Bedeutung. Von diesen 20 Millionen Franken sollen acht Millionen nach Graubünden fliessen.

Unterstützt werden damit Aus- und Neubauprojekte, welche inzwischen teilweise bereits realisiert sind. Zu diesen zählt unter anderem der Ausbau der Bobbahn und Weltcup-Skipisten in St. Moritz sowie des Eisstadions in Davos. Andere Projekte sind teilweise realisiert, darunter der Ausbau der Sporthalle «Färbi» in Davos zum Leistungszentrum von Swiss Ski.

Mehr als Sport und Medaillen

Der Bündner CVP-Ständerat Stefan Engler wird nicht nur den Krediten für den Aus- und Neubau der Sportanlagen zustimmen, sondern auch jenen für die Unterstützung der drei sportlichen Grossanlässe in den Jahren 2020 und 2021. «Ich stehe auch hinter der Erhöhung des Kredits für die Universiade in Luzern um drei Millionen Franken», betont er. Schon im Nationalrat hielt sich der Widerstand Mitte Dezember in Grenzen: Die eigentlichen Kredite wurden praktisch einstimmig verabschiedet, die Luzerner Erhöhung mit grossem Mehr.

Engler geht es bei seiner Unterstützung für die Projekte nicht nur um Sportbegeisterung. Dies, obwohl er betont, «dass die Schweizer Erfolge an den Olympischen Spielen bewiesen haben, dass man nur mit kompetitiven Anlagen mit dem Ausland mithalten kann». Engler geht es aber noch um mehr als um Siege und Medaillen. «Aus regionalpolitischer und vor allem bündnerischer Sicht müssen wir darauf achten, dass die Sportinfrastruktur auf alle Regionen des Landes verteilt wird.» Bei den Grossanlässen wiederum gehe es auch um touristische Faktoren. Tatsächlich rechnen die Organisatoren beider Anlässe mit Tausenden von Gästen.

Olivier Berger wuchs in Fribourg, dem Zürcher Oberland und Liechtenstein auf. Seit rund 30 Jahren arbeitet er für die Medien in der Region, aktuell als stellvertretender Chefredaktor Online/Zeitung. Daneben moderiert er mehrmals jährlich die TV-Sendung «Südostschweiz Standpunkte». Mehr Infos

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