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«Wegweiser» für Lumnezia steht

«Wegweiser» für Lumnezia steht

Die Ergebnisse der breit angelegten Online-Umfrage der Gemeinde Lumnezia zur Ortsplanungsrevision sind aufschlussreich. Entsprechend nutzen die Behörden sie nun als Grundlage für das weitere Vorgehen.

vor 3 Jahren in
Politik
In Lumbrein fühlt man sich wohl als Teil der Gemeinde Lumnezia.
MARCO HARTMANN

«Die Ergebnisse der Umfrage werden der Gemeinde Lumnezia als Grundlage und Wegweiser für die geplante Totalrevision der Nutzungsplanung dienen.» Das schreibt die Gemeindeverwaltung von Lumnezia in der gestrigen Ausgabe des «Amtsblattes der Surselva».

Gleichzeitig bedanken sich die Lugnezer Behörden bei den insgesamt 1002 Personen, die sich an der Online-Umfrage beteiligt haben. Der Rücklauf der vor knapp einem Jahr gestarteten Befragung sei «erfreulich» gewesen, stellen sie zufrieden fest. Von den Umfrage-Teilnehmern sind 63 Prozent Männer und 37 Prozent Frauen.

Gerichtet war die auf Anfang April 2017 befristete Umfrage an Einheimische, Zweitwohnungsbesitzer und Gäste. Die Ergebnisse sind inzwischen auf der Website der Gemeinde Lumnezia (www.lumnezia.ch) für alle Interessierten einsehbar.

Auswärtige waren engagierter

Aufgeschaltet ist auf erwähnter Website eingangs das Fazit, das Gemeindepräsident Duri Blumenthal aus dieser neuartigen Form von Volksbefragung zieht. In seinen zusammenfassenden Ausführungen weist er als erstes darauf hin, dass mit 66 Prozent zwei Drittel der Personen, die sich an der Online-Umfrage beteiligt hätten, Auswärtige seien. Damit sind die einheimischen Umfrage-Teilnehmer klar in der Minderheit.

«Bei der Altersstruktur fällt auf, dass 64 Prozent der Umfrage-Teilnehmer zwischen 31 und 65 Jahre als sind», so Blumenthal. 32 Prozent sind älter als 65-jährig und nur drei Prozent sind zwischen 19 und 30 Jahre alt. «Der Anteil der Jugend liegt damit noch bei einem Prozent», schreibt der Gemeindepräsident von Lumnezia.

Wohlfühl-Wert hoch

Positiv ausgefallen ist dafür die Antwort der Befragten nach ihrem Lebensgefühl in der Gemeinde. So fühlen sich nicht weniger als 97 Prozent der Umfrage-Teilnehmer wohl in der Gemeinde Lumnezia. Sie war per 1. Januar 2013 aus den Gemeinden Cumbel, Degen, Lumbrein, Morissen und Suraua zusammengeschlossen worden war.

Der hohe Wohlfühl-Wert schlägt sich auch in der Einstellung der Befragten zur Umgebung «ihrer» Gemeinde nieder. So haben der Landschafts- und der Ortsbildschutz für über 90 Prozent einen hohen Stellenwert. In einzelnen Fraktionen wie Surin, Tersnaus, Vrin und Peiden bejahen sogar 100 Prozent der Befragten die Bedeutung von Landschafts- und Ortsbildschutz.

Und, wo soll sich das Leben in Lumnezia abspielen? Wo soll man sich begegnen? Soll es ein eigentliches Dorfzentrum geben? «Eine Mehrheit ist der Meinung, dass dieser Punkt von grosser Bedeutung ist», hält Gemeindepräsident Blumenthal fest. Namentlich soll der Dorfkern insbesondere Erstwohnungen für Einheimische aufweisen.

Alte Ställe als Potenzial

Ein grosses Thema sind in der Gemeinde Lumnezia im Übrigen die alten Ställe und deren zukünftige Nutzung. Die grundsätzliche Haltung der Befragten ist, dass die alten Ställe in den Fraktionen erhalten bleiben sollen. Über 62 Prozent der Umfrage-Teilnehmer würden es gut finden, wenn die alten Ställe beziehungsweise deren Standorte künftig als Bauland zur Verfügung stehen würden. Allerdings wollen nur 55 Prozent alte Ställe in Zweitwohnungen umnutzen lassen.

«97 Prozent der Befragten fühlen sich wohl in der Gemeinde Lumnezia.»

Noch nicht befriedigend abgedeckt sind nach Auffassung der Umfrage-Teilnehmer die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen. In diesem Bereic h wird ein Defizit geortet. So haben 53 Prozent der Befragten angegeben, das bestehende Angebot sei ungenügend.

Zufrieden sind die Befragten demgegenüber mit den bestehenden Einkaufsmöglichkeiten. 73 Prozent bejahen diese Frage. «Befragte aus einem Dorf mit einem eigenen Laden sind sehr zufrieden mit dem Angebot», führt Blumenthal aus. «Obenaus schwingen Vignogn mit 98 Prozent, Morissen mit 92 Prozent und Vrin mit 86 Prozent.»

Dagegen sind Befragte aus Dörfern ohne Einkaufsangebot und mit weiten Wegen zum nächsten Laden unzufrieden. In Surcasti etwa besteht hierzu null Prozent Zufriedenheit, in Camuns 18 Prozent, in Uors 29 Prozent, in Peiden 33 Prozent und in Surin 38 Prozent.

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