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«Das Weltwirtschaftsforum ist einfach schon zu gross für Davos»

Vinicius Amorelli arbeitet im Service in einem Kaffeehaus. Er bedient Geschäftstreibende, Reporter und WEF-Touristen. Im Gespräch erzählt er, warum er die Mega-Veranstaltung schätzt und was ihn stört.

23.01.18 - 17:00 Uhr
Politik
Vinicius Amorelli bedient momentan ausschliesslich Gäste des WEF.
Vinicius Amorelli bedient momentan ausschliesslich Gäste des WEF.
VALENTINA DIRMAIER

Eigentlich kommt Vincius Amorelli aus Brasilien. Vor einigen Jahren hat es den Südamerikaner in die Schweizer Alpen verschlagen, wo er in einem Kaffeehaus im Zentrum von Davos arbeitet. Momentan bedient er ausschliesslich Gäste des WEF. Was er von der Veranstaltung hält und warum sich trotz des Trump-Besuchs sicher fühlt, erzählt der Davoser im Gespräch mit «suedostschweiz.ch»:

Die einen nervt das WEF. Die anderen nehmen es gelassen hin. Was halten Sie davon, dass die Welt mit Argusaugen auf das Geschehen in Ihrer Heimat blickt?

Ich persönlich finde es mega-interessant. Es kommen so viele Leute vorbei. Ich habe heute kaum Deutschsprachige bedient. Es ist die ganze Welt zu Gast. Das ist echt cool. Aber der Alltag ist momentan eine Herausforderung. Schon alleine der Weg von daheim bis zur Arbeit. Kaum ein Bus fährt. Es ist mühsam. 

Viele Einheimische verdienen sich während des WEFs eine goldene Nase und vermieten ihre Wohnung, ihre Unterkunft, Sie auch?

Schön wäre es. Jeder der eine Möglichkeit hat, tut das. Aber nein, mir ist es nicht möglich. 

Die, die nicht davon profitieren sind genervt vom Trubel. Wie geht es Ihnen damit?

Ich verstehe die Kritik. Das Weltwirtschaftsforum ist einfach schon zu gross für Davos. Wenn das WEF vorbei ist, ist hier nichts mehr los. 

Es sind ja nicht nur die Busverspätungen oder die vielen Gäste, sondern auch die hohe Polizeipräsenz, die viele auf die Nerven geht. Wie empfinden Sie das?

Militär und Polizei sind wirklich überall. Aber so fühlt man sich wenigstens sicher. 

Die grosse Bühne nützt auch Donald Trump für seine Rede am Freitag. Das zieht nicht nur die Aufmerksamkeit seiner Anhänger auf Davos. Haben Sie Angst vor Anschlägen?

Nein. Wie erwähnt, die Polizeipräsenz ist enorm. Da wird schon nichts passieren.

Ein Kommen und Gehen im Kaffeehaus im Zentrum von Davos, in dem Vinicius Amorelli arbeitet.
Ein Kommen und Gehen im Kaffeehaus im Zentrum von Davos, in dem Vinicius Amorelli arbeitet.
VALENTINA DIRMAIER
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