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Trotz Netflix: Jungparteien wollen SRG erhalten

Ein breites Bündnis will die No-Billag-Initianten zu Romanischkursen einladen – finanziert durch ein Crowdfunding. Hinter dieser Idee stehen ein Glarner und ein Bündner Jungpolitiker.

Dennis
Bühler
Dienstag, 16. Januar 2018, 14:00 Uhr Romanischkurse

Hinter der No-Billag-Initiative stehen Jungfreisinnige, Mitglieder der Jungen SVP sowie Vertreter der noch jungen libertären Partei «up! Schweiz». Die anderen Jungparteien hingegen kämpfen geschlossen gegen die Initiative zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren. Bei einer Pressekonferenz warben sie am Dienstagvormittag mit dem Slogan, es sei «5 vor 12 für die Rettung der Medienvielfalt», für ein Nein am 4. März.

Und das, obwohl ihnen nicht alles gefällt am Schweizer Radio und Fernsehen, wie sie ohne Umschweife klarmachten. Seine Generation konsumiere Medien und Informationen vorwiegend im Internet, sagte etwa Luzian Franzini, Co-Präsident der Jungen Grünen. Dort nutze sie jedoch nicht nur Netflix und weitere von Streamingdienste angebotene Inhalte, sondern schaue und höre auch SRF-Sendungen. Deshalb brauche es nach einer Ablehnung von No Billag eine Debatte, wie die SRG ihre Inhalte besser auf die neuen Konsumbedürfnisse abstimmen könne.

«Gestärkt würde Facebook»

Auch wenn eine Verschiebung ins Internet stattgefunden habe, habe die SRG für junge Bürger nach wie vor einen hohen Stellenwert, sagte Tino Schneider, Präsident der Jungen CVP, zur «Südostschweiz». Er etwa schaue jeden Tag die «Tagesschau» sowie meist auch «10 vor 10». Es stört ihn, dass «man die ganze Zeit von Netflix spricht, obwohl dieser Streaming-Dienst keine Informationssendungen anbietet – und erst recht keine für ein Schweizer Publikum». Der 26-jährige Bündner sieht in der No-Billag-Initiative einen Angriff auf die Schweizer Medienvielfalt, den Service public und die direkte Demokratie.

An der Seite Schneiders kämpft mit Pascal Vuichard auch der Co-Präsident des grünliberalen Nachwuchses. «Echte Liberale sind gegen die No-Billag-Initiative», sagte der 28-jährige Glarner. Diese beschneide das Recht auf unabhängige Informationen. «Gestärkt würden Facebook und Co., die im Sekundentakt Falschinformationen verbreiten.» Auch wenn er ein Netflix-Abo besitze, schaue er – genau wie Schneider – sehr häufig SRG-Sendungen.

Die Jungparteien bekämpfen die No-Billag-Initiative mit kleinem Budget, weshalb sie primär auf die sozialen Medien setzen. Unter anderem planen sie ein Crowdfunding, mit dessen Erlös unter anderem Romanischkurse für jene Jungfreisinnigen finanziert werden sollen, die sich an vorderster Front für die Initiative einsetzen. «Vielleicht erkennen sie dann, dass es sich für die Vielfalt des Landes zu kämpfen lohnt», sagte Vuichard im Gespräch.

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