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Anzeige gegen den Bündner Jagddirektor

Die Interessengemeinschaft «Wild beim Wild» hat Strafanzeige gegen den Bündner Regierungsrat Mario Cavigelli eingereicht. Bei der jagdkritischen Vereinigung hat dies System.

Olivier
Berger
Mittwoch, 20. Dezember 2017, 17:24 Uhr Sonderjagdinitiative
Der Bündner Regierungsrat Mario Cavigelli sieht sich mit einer Anzeige konfrontiert.
YANIK BÜRKLI

Politisch ist die Diskussion über unterschlagene Unterlagen im Zusammenhang mit der Sonderjagdinitiative erledigt. Seit sich Regierungsrat Mario Cavigelli in der Dezembersession des Grossen Rates offiziell entschuldigt hat, ist das Thema vom Tisch.

Happige Vorwürfe

Die private Interessengemeinschaft «Wild beim Wild» will die Sache aber nicht auf sich beruhen lassen. Wie die Vereinigung auf ihrer Internetseite schreibt, hat sie Strafanzeige gegen Cavigelli eingereicht. Der Leitende Staatsanwalt Maurus Eckert bestätigte auf Anfrage den Eingang der Strafanzeige.

Die IG «Wild beim Wild» wirft Cavigelli Amtsmissbrauch und ungetreue Amtsführung vor. Beides würde laut dem Schweizerischen Strafgesetzbuch mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen geahndet. Ihre Anzeige begründet die Interessengemeinschaft damit, Cavigelli habe mit seinem Verhalten «dem Initiativkomitee, dem Steuerzahler und so weiter viel Ärger, Umtriebe und Kosten verursacht und die ganze Bevölkerung mutwillig getäuscht».

Immer wieder Anzeigen

Cavigelli erklärte auf Anfrage, er habe Kenntnis, dass «Wild beim Wild» offenbar eine Strafanzeige eingereicht habe. Zum laufenden Verfahren könne er allerdings keine Aussage machen. Der kantonale Jagddirektor erklärte aber, bei der Interessengemeinschaft handle es sich um eine «höchst jagdkritische Vereinigung aus dem Kanton Tessin». Diese trete in verschiedenen Kantonen in Erscheinung.

Tatsächlich ist Cavigelli kein Einzelfall. Wie die Interessengemeinschaft «Wild beim Wild» im Internet schreibt, hat sie gleichzeitig wie gegen Cavigelli auch Strafanzeigen gegen einen Jäger sowie den «dubiosen Verband Jagd Schweiz» eingereicht. Auch Cavigellis Zürcher Amtskollegen hatte die Vereinigung schon ins Visier genommen.

Auch die Staatsanwaltschaft Graubünden hat sich in der Vergangenheit bereits mit einer Anzeige der Interessengemeinschaft beschäftigt. Im April 2016 zeigte diese die Zeitschrift «Bündner Jäger» wegen angeblicher Gewaltverherrlichung an. Mit der Anzeige blitzte «Wild bei Wild» allerdings ab. Bereits im Mai 2016 teilte die Staatsanwaltschaft mit, sie sehe keine Hinweise auf strafbare Handlungen. Die Gerichtskosten bezahlte damals die öffentliche Hand.

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