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IG zur Rettung des Sportzentrums Flims

IG zur Rettung des Sportzentrums Flims

Kaum hat die Gemeinde Flims ihr Projekt «Nature Retreat Prau la Selva» präsentiert, formieren sich die Gegner zu einer Interessengemeinschaft.

vor 3 Jahren in
Politik
Dem Abbruch geweiht: Das Sportzentrum Prau la Selva soll einem See und einem Pfahlbauer-Dorf weichen.
MARCO HARTMANN

Auf Initiative von Stefan Ueltschi, TK-Chef des EHC Flims, haben sich die Gegner des Projekts «Nature Retreat Prau la Selva» unmittelbar nach der Gemeindeversammlung vom vergangenen Montag zu einer Sitzung getroffen.

«Wir gründen eine Interessengemeinschaft, die Alternativen zu dem von der Gemeinde präsentierten Projekt ausarbeiten wird», sagte Ueltschi gestern auf Anfrage. Keine Freude am geplanten Abbruch des Sportzentrums Prau la Selva mit Eishalle, Tennisplätzen, Minigolf-Anlage, Skate- und Hochseilpark sowie Kunstrasen- und Tartanplatz haben neben den Eishockeyanern auch der Eislaufclub Flims-Surselva und der Tennisclub (TC) Flims.

Denn dort hat die Gemeinde Flims Grosses vor: Anstelle des Sportzentrums soll ein 234-Betten-Outdoor-Resort entstehen. Kosten: rund 32 Millionen Franken. TK-Chef Ueltschi betont, das geplante Projekt mit künstlichem See und Pfahlbauten der Architekten Bearth und Deplazes sei an sich «wunderschön». Doch es komme am falschen Ort zu stehen und gehe auf Kosten bestehender Sportangebote und Spielmöglichkeiten.

Beides Aktivitäten, die einer gesunden Entwicklung junger Menschen förderlich seien. Im übrigen würde die Aufgabe der Eishalle im Sportzentrum Prau La Selva für den EHC Flims nach rund 70 Jahren das Aus bedeuten, wie Ueltschi sagt. Das wolle man natürlich verhindern.

Auch Tennisclub stark betroffen

Am gleichen Strick zieht der Tennisclub Flims mit Präsident Nicola Fantini an der Spitze. Fantini hat den Klubmitgliedern schon einen Tag nach der Gemeindeversammlung einen Brief verschickt. Darin heisst es unter anderem, es sei geplant, die bestehenden Tennisplätze durch drei neue Plätze vor der Curlinghalle in Flims Waldhaus zu ersetzen.

«Da die Plätze im Winterhalbjahr als Curlingbahnen und Eisfelder genutzt werden, muss eine Kühlanlage in die Tennisplätze eingebaut werden», schreibt Fantini. Das habe zur Folge, dass wahrscheinlich nicht die üblichen Sand-Mergel-Plätze gebaut würden, sondern Kunststoff-Granulat-Plätze wie etwa in Domat/Ems.

«Da der TC Flims bisher in keiner Form weder einbezogen noch informiert wurde, sind noch viele Fragen offen», hält Fantini fest. So namentlich die nach einer Flutlichtanlage, einem Clubhaus, dem Bezugstermin und den Betriebszeiten. Man werde die neue Situation daher im Vorstand nächstens besprechen und «mit der Gemeinde Kontakt aufnehmen zwecks Klärung der offenen Fragen».

Alternative bald auf dem Tisch

Ziel der in Gründung begriffenen IG ist es laut Ueltschi, das Sportzentrum Prau la Selva zu erhalten. Deshalb wollen er und Mitstreiter schon Mitte Januar an der nächsten Sitzung auch Fachleute von anderen Sportzentren und Sportvereinen aus der übrigen Schweiz dabei haben. Weiter sind Experten für Machbarkeitsstudien mit von der Partie. Gut möglich, dass die IG Sportzentrum Prau la Selva schon nach dem Treffen konkrete Alternativ-Vorschläge präsentiert.

Ueltschi kann überdies auf die Unterstützung von Daniel Fürer zählen. Er ist der Leiter der im «Prau la Selva» regelmässig stattfindenden internationalen Eislauf-Sommer-Camps. «Die Camps erfreuen sich nach wie vor grosser Beliebtheit», sagte Fürer gegenüber der Wochenzeitung «Ruinaulta». Er würde sie gerne weiterführen. Letztlich müsse aber das Flimser Stimmvolk entscheiden, wie es mit dem Sportzentrum weitergehe.

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