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Macht Spuhler den Mr. Olympia?

Peter Spuhler, alt SVP-Nationalrat, Unternehmer und Vizepräsident der ZSC Lions, ist begeistert von den Schweizer Olympia-Plänen. Ein Engagement für «Sion 2026» kann er sich vorstellen.

Südostschweiz
Sonntag, 17. Dezember 2017, 21:23 Uhr Olympische Winterspiele
Peter Spuhler könnte für "Sion 2026" in die Hosen steigen.
KEYSTONE

von Othmar von Matt

Letzten Donnerstag tauchte Peter Spuhler unvermittelt im Bundeshaus auf. Völlig überraschend war sein Kurzauftritt aber nicht. Er weilte aus geschäftlichen Gründen in Bern. Am Mittwoch war er im «Hotel Bellevue» gesichtet worden, wo zur gleichen Zeit Evo Morales logierte. Der Präsident Boliviens plant den «Treno bioceánico», der auf 3750 Kilometern den Atlantik mit dem Pazifik verbinden soll. Dafür unterschrieben Morales und Bundespräsidentin Doris Leuthard ein Memorandum of Understanding. In diesem Kontext durfte Bahnbauer Spuhler nicht fehlen. Auch wenn er ab dem 1. Januar kürzertritt. Dann zieht er sich als operativer Chef von Stadler Rail zurück und konzentriert sich auf die strategischen Aufgaben als Präsident des Verwaltungsrats – wie etwa der Akquirierung von Aufträgen in Südamerika.

«Es würde der Schweiz guttun»

Hat der 58-Jährige damit mehr Zeit – um sich zum Beispiel als Botschafter für Olympische Winterspiele 2026 in Sion zu engagieren? «Ich würde mir das sicher positiv überlegen», sagt Spuhler dazu. «Ich müsste sehen, mit welchem Engagement eine solche Rolle verbunden wäre.» Bislang sei noch keine Anfrage gekommen. Mit seinem SVP-Parteikollegen und Nationalrat Jürg Stahl, der als Präsident von Swiss Olympic auch Präsident des Organisationskomitees der Kandidatur «Sion 2026» ist, verbinden Spuhler viele Erinnerungen, wie er sagt: «Wir wurden 1999 gleichzeitig in den Nationalrat gewählt und er sass 13 Jahre lang vor mir. Wenn er mich als Botschafter gebrauchen kann, würde ich mir das sicher überlegen.» Auf die Bemerkung, das höre sich wie eine Zusage an, erwidert Spuhler: «Nein, noch nicht.»

Klar ist: Spuhler unterstützt den Versuch, Winterspiele in die Schweiz zu holen. «Es wäre toll, wenn die Schweiz 2026 – 78 Jahre nach den Winterspielen von St. Moritz 1948 – die Gelegenheit hätte, diesen Grossanlass erneut zu organisieren», sagt er. «Es würde der Schweiz guttun, wieder mal einen Anschub zu erhalten. Als Vizepräsident der ZSC Lions kann ich diese Pläne nur unterstützen.» Das dezentrale Konzept, das auf bestehende Infrastrukturen zurückgreife, sei «eine gute Sache».

Jürg Stahl betont, er sei erst eine Woche im Amt als Präsident von «Sion 2026». «Aber ich habe bereits eine Liste von Namen aus allen Bereichen», sagt er. «Für ein so gutes Projekt brauchen wir die besten Botschafter.»

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