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Tabula rasa in der Churer Stadtschule

Der Churer Schuldirektor Jann Gruber verlässt per sofort seinen Posten. Nicht einfach so: Sein Chef, SP-Stadtrat Patrik Degiacomi, und er hatten das Heu nicht auf der gleichen Bühne.

Pierina
Hassler
15.12.17 - 04:30 Uhr
Politik
Jann Gruber verlässt die Churer Stadtschule per sofort.
Jann Gruber verlässt die Churer Stadtschule per sofort.
YANIK BÜRKLI

Eine Mitteilung von der Churer Stadtkanzlei löst Erstaunen aus. Bei Lehrpersonen. Bei Eltern von schulpflichtigen Kindern. Bei der Bildungskommission. Stadtrat Patrik Degiacomi und Schuldirektor Jann Gruber lösen im gegenseitigen Einvernehmen das Arbeitsverhältnis auf. Der Austritt erfolge per 22. Dezember 2017 aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen über die Führungskultur und die Prioritätensetzung im operativen Geschäft, heisst es in der Mitteilung weiter.

Eigenartig an der Lage: Wie kann ein Arbeitsverhältnis «im gegenseitigen Einverständnis» aufgelöst werden, wenn zwischen dem SP-Stadtrat Degiacomi und seinem untergebenen Schuldirektor Gruber laut Mitteilung wenig bis gar nichts zusammenpasste?

Enorme Verantwortung

Degiacomi erklärt es so: «In der Dienststelle sind 540 Personen beschäftigt. Ab dem 1. Januar werden es sogar noch mehr.» Seit seinem Amtsantritt am 1. Januar habe er es immer wieder probiert mit Gruber. «Aber es hat nicht genügend gut funktioniert.» Man sei zur Überzeugung gelangt, dass sich die mangelhafte Zusammenarbeit negativ auf die Stadtschule auswirken werde. «Das wollten wir im Sinne der Sache auf jeden Fall verhindern», so Degiacomi.

Bildungskommission ist irritiert

Degiacomi bedauert, dass es so gekommen ist. Ich hätte es mir anders gewünscht.» Anders gewünscht hätte sich dies auch die Bildungskommission. Diese reagierte gestern irritiert auf Degiacomis Entscheid.

Die mangelhafte Zusammenarbeit wirkte sich negativ auf die Stadtschule aus.

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