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Philipp Gunzinger: «Wir möchten ein Kooperationsmodell realisieren»

In der Region Engiadina Bassa/Val Müstair haben sich durch unterschiedliche Einflüsse die Rahmenbedingungen in der Bildungslandschaft verändert. Wir haben mit Projektkoordinator Philipp Gunzinger gesprochen.

Südostschweiz
Dienstag, 14. November 2017, 20:22 Uhr Bildungsregion Engiadina Bassa/Val Müstair
In der Region Engiadina Bassa/Val Müstair gibt es Veränderungen in der Bildungslandschaft.
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Aufgrund der Gemeindefusionen, welche in den vergangenen Jahren in der Region Engiadina Bassa/Val Müstair stattgefunden haben sowie durch politische Weichenstellungen und neue Gesetzgebungen im Bildungsbereich des Kantons Graubünden haben sich die Rahmenbedingungen in der Bildungslandschaft verändert. Diese Entwicklung erfordert eine Auslegeordnung und Analyse der heutigen Versorgungs- und Organisationsstrukturen sowie eine Überprüfung deren Eignung zur Erfüllung der künftigen Anforderungen. Im Rahmen eines Studienauftrags wurden von einer Kommission Modellvarianten für die künftigen Versorgungsstrukturen erarbeitet und geprüft, heisst es in einer Medienmitteilung.

Philipp Gunzinger, Projektkoordinator und Präsident Forum d’econmia regiun Parc Naziunal, hat sich den Fragen von Fadrina Hofmann gestellt:

Man hat nun diese Studie gemacht. Warum wurde diese notwendig?

Man hat festgestellt, dass wir in der Region Engiadina Bassa/Val Müstair in der Entwicklung der Schülerzahlen in den kommenden Jahren eine rückläufige Tendenz haben. Darum hat man gesagt, dass man das jetzt in Angriff nehmen möchte und plant, um mit den Herausforderungen der Zukunft fertig zu werden. Zu diesem Zweck hat man eine Arbeitsgruppe eingesetzt, welche ich als Präsident des Forums Engiadina Bassa/Val Müstair leiten darf, und hat so die Planungen auf der Basis einer detaillierten Analyse vornehmen können.

Was ist nun das Ergebnis? Man hat jetzt ein Modell gefunden das möglich wäre.

Man hat ganz unterschiedliche Modelle durchstudiert und geschaut, wie man die Versorgung mit Oberstufenschulangeboten in der Region gestalten könnte. Auch unter der Ausnutzung von Synergie-Potenzial, das vorhanden ist. Dabei hat man herausgefunden, dass man ein Kooperationsmodell realisieren möchte. Das ist ein Modell, das ein dezentrales Versorgungssystem vorsieht mit jenen Standorten, die heute bereits vorhanden sind auf der einen Seite und auf der anderen Seite aber zentral geführt wird. Das ist ein ähnliches Modell, wie man es in der Region bereits in anderen Bereichen realisiert hat. Zum Beispiel im Bereich Gesundheit oder auch im Bereich Tourismus. Genau diesen Weg möchte man nun auch in der Positionierung der Bildungsregion Engiadina Bassa/Val Müstair gehen.

Was sind denn die Vorteile von diesem Kooperationsmodell?

Man kann vielfältige Synergien im Betrieb nutzen. Das heisst, man kann in der Angebotsgestaltung, insbesondere auch im Rahmen der Umsetzung des Lehrplanes 21, die Angebote so gestalten, dass diese attraktiv und vielfältig sind und dass sie eine hohe Qualität bieten. Dass man aber auch Synergien beim Einsatz von Lehrkräften nutzen kann, man flexibel ist mit der Anzahl der Schüler. Des weiteren kann man auch sehr viele betriebliche Synergien realisieren und kann sich letztlich auch in der Bildungsregion prominent positionieren. Ich denke, wenn das Schulungsangebot für eine gesamte Region aus einer Hand realisiert werden kann, dann hat das sicherlich auch diesbezüglich grosse Vorteile.

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