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«KickIt» muss weiter bangen

Am Donnerstagmorgen hat der Churer Gemeinderat getagt. Dabei hat er die Fortsetzung des freiwilligen Schulsports bestätigt – allerdings nur vorerst.

Südostschweiz
07.09.17 - 09:26 Uhr
Politik
Der Churer Gemeinderat mit Stadtrat Patrick Degiacomi, Stadtrat Tom Leibundgut, Gemeinderatspräsidentin Carla Maissen und Stadtpräsident Urs Marti (von links).
Der Churer Gemeinderat mit Stadtrat Patrick Degiacomi, Stadtrat Tom Leibundgut, Gemeinderatspräsidentin Carla Maissen und Stadtpräsident Urs Marti (von links).
OLIVIA ITEM

Beim freiwilligen Schulsport scheiden sich im Churer Gemeinderat die Geister. Rund zwölf solcher Angebote werden in Chur angeboten. Weil die Stiftung IdéeSport ihre Zusammenarbeit per Ende Juli beendet hat, muss die Stadt Chur den Betrieb des freiwilligen Schulsports neu regeln. Diese Botschaft wurde dem Gemeinderat gestern vorgelegt und hat wie schon früher zu angeregten Diskussionen geführt.

Der Antrag, die jährlich wiederkehrenden Kosten von aktuell brutto ca. 86'600 Franken zu Lasten der KostensteIle «Freiwilliger Schulsport» anzugliedern, wurde zwar mit 12:7 Stimmen bei zwei Enthaltungen genehmigt. Derzeit ist das Angebot des freiwilligen Schulsports aufgrund des Nachlass Gruber August und diversen Beiträgen des Kantons und Bundes ohnehin kostenneutral für die Stadt. Was jedoch passiert, wenn der Nachlass Gruber in voraussichtlich zwei, drei Jahren aufgebraucht ist, ist derzeit völlig offen. Vor allem von bürgerlicher Seite, war am Donnerstag grosse Skepsis gegenüber diesen Angeboten spürbar. Es herrschte allgemein die Meinung vor, dass die Schaffung dieser Angebote keine Aufgabe des Staates, sondern der Vereine sei.

Den Antrag des Stadtrates, schon heute die rechtlichen Grundlagen für den freiwilligen Schulsport auszuarbeiten, lehnte der Gemeinderat denn auch mit 12:9 Stimmen ab. Eine Mehrheit des Gemeinderates argumentierte, dass man keine Gesetze auf Halde produzieren wolle.
 

Insbesondere das Aushängeschild des freiwilligen Schulsports «KickIt», das sich vor allem an Mädchen mit Migrationshintergrund richtet, sorgte schon früher für politische Auseinandersetzungen. 2015 hatte der Stadtrat das Programm fortgesetzt, obwohl es der Gemeinderat teils aus dem Budget gestrichen hatte. Der Stadtrat begründete diesen ungewöhnlichen Schritt damals mit der Begründung, dass der Beschluss des Gemeinderates «nichtig» sei, weil er gar keine Befugnis gehabt hätte, über die Art und Weise der Verwendung des Nachlass Grubers zu befinden.

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