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Watson-Community schiesst gegen Candinas

Der Bündner CVP-Nationalrat Martin Candinas ist gegen die «Ehe für alle». In einem Interview mit dem Online-Newsportal Watson stellte er seine Argumente vor. Die Reaktionen der Community liessen nicht lange auf sich warten.

Südostschweiz
05.07.17 - 17:32 Uhr
Politik
Bündner Nationalrat Martin Candinas ist gegen die «Ehe für alle».
Bündner Nationalrat Martin Candinas ist gegen die «Ehe für alle».
YANIK BÜRKLI

Nach dem Ja im Deutschen Bundestag zur «Ehe für alle» wird auch in der Schweiz über die gleichgeschlechtliche Ehe diskutiert. In einer Umfrage der Organisation «Pink Cross» befürworten rund 70 Prozent der Schweizer Bevölkerung eine Öffnung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare.

Nicht alle teilen jedoch diese Meinung, wie beispielsweise der Bündner Nationalrat Martin Candinas. Vor allem die Adoptionsfrage sei für ihn störend. «Biologisch ist klar: Es braucht eine Frau und einen Mann, um ein Kind zu zeugen», sagte Candinas in einem Interview mit dem Onlineportal Watson. Weiter wäre es für ihn unehrlich, die gleichen Rechte bei der Heirat an homosexuelle Paare zu verleihen und dann bei der Adoption noch einen Unterschied zu machen. Laut Candinas würde das eine weitere Diskriminierung schaffen.

Seine Position löste kritische Reaktionen in der Watson-Community aus.

Juliet Bravo meinte, dass die Argumentation von Candinas eher schwach sei.

Ein Leser mit dem Nickname «strange» stand den Argumenten von Martin Candinas auch kritisch gegenüber. Wenn man nur die Natur akzeptiert, dürften auch Ehepaare keine Kinder adoptieren.

Auch der Kommentar von «Baba1906» fokussierte den Adoptionsaspekt.

Die Adoption von Kindern seitens eines gleichgeschlechtlichen Paars stellt für den Leser mit dem Spitznamen «Caturix» kein Problem dar.

«Ehe für alle» muss in der Schweiz warten

Ende 2013 reichten die Grünliberalen rund um Nationalrätin Kathrin Bertschy eine parlamentarische Initiative über die Ehe für alle. Der Initiativetext besagt, dass auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten können sollen. Nun soll ein konkreter Gesetzestext ausgearbeitet werden. Mitte Juni hat der Nationalrat beschlossen, die Frist dafür um zwei Jahre zu verlängern.

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