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Geplante Wasserzinssenkung wird heftig kritisiert

Die Pläne des Bundesrats zur Senkung der Wasserzinsen hat bereits die ersten scharfen Reaktionen aus dem Wasserschlosskanton Graubünden provoziert. Die Bergregionen würden einseitig abgestraft, lautet die Kritik.

Agentur
sda
22.06.17 - 11:05 Uhr
Politik
Kraftwerke Wasserkraft Wasser Energie
Der Kampf um die Wasserkraft ist lanciert.
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«Ich bin enttäuscht», sagte Not Carl, Präsident der Interessengemeinschaft der Bündner Konzessionsgemeinden, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Dem Kanton Graubünden drohe ein jährlicher Ausfall von 35 Millionen Franken.

Mit der Senkung der Wasserzinsen könnten sich nun die Eignerkantone der Stromkonzerne auf Kosten der Berggebiete sanieren. «Die können sich nun ins Fäustchen lachen», sagte Carl.

Es sei brutal, zu sehen, dass nun die Bergkantone die Zeche zahlen müssten - und dies nur, weil sie «das schwächste Glied in der Kette» seien. Denn die grossen Energieunternehmen hätten noch nicht nachgewiesen, dass die Wasserkraft tatsächlich defizitär sei. Als Erstes müsse der Wert der Wasserkraft neu definiert werden.

Ähnlich heftig tönt es vonseiten der CVP Graubünden. Die geplante Kürzung der Wasserzinsen stelle eine «einseitige und ungerechtfertigte Abstrafung des Berggebietes» dar, schreibt sie in einem Communiqué. Sie würde vor allem die Bündner Gemeinden empfindlich treffen.

«Wir sind nicht bereit, diese Kürzung hinzunehmen», wird CVP-Ständerat Stefan Engler in der Mitteilung zitiert. Zuvor müsse festgelegt werden, mit welchen neuen Marktmodellen die Vorteile der Wasserkraft abgegolten werden sollen.

 

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