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Kritik für das Schanzendebakel

Am Donnerstag hat der Gemeinderat St. Moritz den Bericht der Geschäftsprüfungskommission zum Sprungsschanzendebakel behandelt. Fazit des Berichts lautet unter anderem, dass der Gemeindevorstand Kontrollpflichten vernachlässigt hat.

Südostschweiz
Freitag, 06. November 2015, 12:45 Uhr Sprungsschanzendebakel
Entwurf der Sprungschanze St. Moritz. Archivbild

Die Geschäftsprüfungskommission hat dem Gemeinderat von St. Moritz am Donnerstagabend den Bericht über die Entwicklung der Mehrkosten für den Neubau der Sprungschanzenanlage präsentiert. Statt der von der Bevölkerung genehmigten 11,5 Millionen Franken soll die Schanze nun plötzlich doppelt so viel kosten.

Die Geschäftsprüfungskommission kommt zum Schluss, dass die Aufsichtspflicht gegenüber der Arbeit der Schanzenkommission nicht erfüllt worden ist. Kritisiert wird dabei vor allem der Gemeindevorstand. Dieser sei erst aktiv geworden, als festgestellt wurde, dass die Kosten viel höher ausfallen werden.

Jetzt warten auf die Kosten

Gemeindepräsident Sigi Asprion wehrt sich gegen diese Vorwürfe. «Der Gemeindevorstand hat seine Pflichten absolut erfüllt», sagte er am Freitag auf Anfrage. Das Projekt sei in dem Moment gestoppt worden, als er gesehen habe, dass die Kosten aus dem Ruder laufen. Der Stopp sei rechtzeitig erfolgt, denn der Baubeginn sei noch nicht erfolgt und somit seien keine grösseren Kosten ausgelöst worden.

«Der einzige Fehler war, dass in der Schanzenkommission kein Vorstandsmitglied war», meinte Asprion. Sobald die neu evaluierten Kosten auf den Tisch liegen, wird das weitere Vorgehen beschlossen. Wenn diese weit oberhalb des bewilligten Kredits liegen, muss die Bevölkerung von St. Moritz über einen Nachtragskredit entscheiden. (fh)

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