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Kesb-Leiter wirbt um Verständnis für seine Behörde

Walter Grob, Chef der Kesb Linth, erklärte am Stadtforum Rapperswil-Jona die Aufgaben der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde. Zur medialen Kritik nahm er nur summarisch Stellung.

Südostschweiz
Freitag, 11. September 2015, 09:59 Uhr Rapperswil-Jona

Das Traktandum Kesb stand am Donnertsag zuoberst auf der Themenliste des Stadtforums in Rapperswil-Jona. Stadtpräsident Erich Zoller erklärte ohne Umschweife, weshalb: Leider gebe es zurzeit viele Unklarheiten zur Kesb. Dem wolle der Stadtrat entgegentreten.

«Das Bundesgesetz zur Kesb-Einführung im Januar 2013 bejubelten die zehn Gemeinden in Gaster-See zwar nicht unbedingt, aber mittlerweile sind wir von deren Arbeit überzeugt», so Zoller.

Die in St. Gallen regional zusammengefassten Kesb-Einheiten sind mit Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen besetzt. Sie lösten die früheren Vormundschaftsbehörden als Laiengremien auf Gemeindeebene ab.

Obhutsentzug als Ausnahme

Aufgrund verschiedener medial verbreiteter Fälle prasselte in letzter Zeit nicht nur national, sondern auch regional Kritik auf die neue Behörde ein. Wegen des Amtsgeheimnisses könne er nicht auf diese Fälle eingehen, so der Kesb-Linth-Chef. Dieser Umstand führe denn auch zuweilen zu einseitigen Berichten, meinte Grob. Zumal man oft in schwierige Familienkonstellationen eingreifen müsse, wo es stets Verlierer gebe.

«Anders als man aufgrund vieler Medienberichte meinen könnte, betreute die Kesb Linth aber bei 898 laufenden Mandaten per Ende 2014 rund doppelt so viele Erwachsenen- wie Kindesschutzfälle», hielt Grob fest.

Der viel thematisierte Obhutsentzug sei die grosse Ausnahme: Im Jahr zwei 2013 habe die Kesb Linth in zwei, 2014 in drei Fällen Kinder fremdplatziert. Diese Massnahmen seien in zwei Fällen von der übergeordneten Rekursinstanz als verhältnismässig bestätigt worden.

Mehr Transparenz versprach Stadtpräsident Erich Zoller nach kritischen Fragen aus dem Forum zu den Kosten der verordneten Massnahmen. Weil diese im Vollzug bei verschiedenen Behörden anfallen, sei eine Übersicht nicht ganz einfach. (js/pb)

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