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«Wir sind mit der Qualität der Ausbildung sehr zufrieden»

Die Studentinnen und Studenten der Pädagogischen Hochschule Chur konnten nach stressigen Prüfungswochen am Freitagabend in Landquart ihr Lehrerdiplom entgegennehmen. Wir haben mit dem PH-Rektor Gian-Paolo Curcio über die Prüfungsergebnisse, das Geschlechterverhältnis und die künftigen Herausforderungen der Lehrer/innenausbildung gesprochen.

Patrick
Kuoni
30.06.18 - 04:30 Uhr
Wirtschaft
Gian-Paolo Curcio blickt auf die zukünftigen Herausforderungen der Lehrerausbildung.
Gian-Paolo Curcio blickt auf die zukünftigen Herausforderungen der Lehrerausbildung.
YANIK BÜRKLI

Herr Curcio, wie viele Studierende sind zu den Prüfungen 2018 angetreten, wie viele haben bestanden? 

Curcio: 
135 sind angetreten, 132 haben bestanden. Die Durchfall- bzw. Ausstiegsquote im Studienjahrgang 2015-2018 beträgt zehn Prozent.

Wie sieht der Vergleich mit den Vorjahren aus? Ist eine Veränderung festzustellen? 

Nein, signifikante Schwankungen sind nicht feststellbar.

Wie sieht der Stellenmarkt aus? Und haben Sie konkrete Zahlen, wie viele Studierende eine Festanstellung gefunden haben? 

Die Austrittsbefragung wurde soeben abgeschlossen. Die Auswertung erfolgt in den nächsten Tagen. Zurzeit können keine weiteren Auskünfte erteilt werden.

Wie sieht das Verhältnis Frau/Mann bei den Abgängern aus? 

Wir zählen 105 Frauen und 27 Männer. Dieser Durchschnitt liegt etwas über dem Schweizer Mittel. 

Dieser Abschlussjahrgang war der erste, der nach neuem System ausgebildet wurde. Wo lagen die Schwierigkeiten und wie sind Sie mit der Umsetzung der neuen Ausbildung zufrieden? 

Die heute diplomierten Lehrpersonen wurden als Generalistin bzw. Generalist ausgebildet. Das bedeutet, dass sie die Lehrbefähigung für acht Unterrichtsfächer erhalten haben. Sie können demnach – mit Ausnahme der zweiten Fremdsprache - alle Fächer unterrichten. Die Studierenden haben insgesamt sehr gute Leistungen erbracht. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, dass sie in allen Fächern hohe Anforderungen zu erfüllen hatten. Wir sind mit dem angepassten Ausbildungsmodell und vor allem auch mit der Qualität der Ausbildung sehr zufrieden.

Wie viele Absolventen schliessen nach der Ausbildung zum Primarlehrer gleich noch eine Oberstufenausbildung an? 

Diese Frage lässt sich momentan nicht beantworten. Die Pädagogischen Hochschule Graubünden bietet momentan keinen entsprechenden konsekutiven Masterstudiengang an. Zurzeit diskutieren wir mit verschiedenen Partnern, ob wir eine solche Ausbildung im Herbst 2019 anbieten können.

Wo liegen die Herausforderungen für die Schule in den nächsten Jahren? 

Die Komplexität des Lehrerinnen- und Lehrerberufes ist hoch und wird vermutlich noch weiter zunehmen. Vor allem die Auswirkungen der digitalen Transformation der Gesellschaft, der Umgang mit der Heterogenität in den Klassen sowie die hohen Anforderungen in den einzelnen Fachdidaktiken sind nur drei Entwicklungen, welche meine Aussage unterstreichen. Die Aufgabe der PHGR ist es, unsere Studentinnen und Studenten auf ihre künftige Aufgabe als Lehrperson vorzubereiten. Die Ausbildung an der Hochschule legt die Basis dazu. Es ist aber davon auszugehen, dass der Lehrerinnen- und Lehrerweiterbildung künftig ein noch grösserer Stellenwert zukommt als bisher.

Patrick Kuoni ist Redaktor und Produzent bei Südostschweiz Print/Online. Er berichtet über Geschehnisse aus dem Kanton Graubünden. Der Schwerpunkt seiner Berichterstattung liegt auf den Themenbereichen Politik, Wirtschaft und Tourismus. Wenn er nicht an einer Geschichte schreibt, ist er als einer der Tagesverantwortlichen für die Zeitung «Südostschweiz» tätig. Patrick Kuoni ist in Igis (heutige Gemeinde Landquart) aufgewachsen und seit April 2018 fester Teil der Medienfamilie Südostschweiz. Mehr Infos

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