×

Rekordverdächtiges Angebot

Der Kanton soll das Auto-Nummernschild GR 1 verkaufen. Der Nummernhändler Andrea Nussio gibt für das Kontrollschild das höchste Kaufgebot der Schweizer Geschichte ab.

Südostschweiz
Mittwoch, 22. März 2017, 05:30 Uhr Bündner Nummernschilder
Andrea Nussio will dem Kanton 161 000 Franken für die Autonummer GR1 bezahlen. Bild Yanik Bürkli

von Olivier Berger

Der Rekord ist gerade einmal eine Woche alt: Für 160 100 Franken ersteigerte ein Mann im Kanton Wallis das Autokennzeichen VS 1. Zuvor hatten sich die Kantone Tessin und St. Gallen die Ehre des Höchstpreises für eine Autonummer geteilt. Jeweils 135 000 Franken liessen sich Liebhaber die Nummern SG 1 und TI 10 kosten.

Auf Rekordkurs mit GR 1

Der Churer Autonummern-Händler Andrea Nussio will jetzt Graubünden an die Spitze der Rekordliste führen. «Ich biete dem Kanton 161 000 Franken für das Kennzeichen GR 1», bestätigt er. Und Nussio legt noch einen Batzen drauf. «Gleichzeitig biete ich mindestens 100 000 Franken für die GR 2.» Damit wäre selbst die Nummer 2 unter den Bündner Autonummern noch teurer als die wertvollsten Schilder aus den meisten Kantonen.

Nussios Interesse kommt nicht von ungefähr. «Der Kanton hat einmal gesagt, er würde die Nummer 1 verkaufen, wenn ein finanziell interessantes Angebot vorläge», erklärt er. «Ich habe meine Offerte vorgelegt. Jetzt liegt es an der Regierung, was sie daraus macht.»

Die letzten einstelligen Nummern

Ganz abgesehen davon, dass das Kennzeichen GR 1 natürlich symbolträchtig ist: GR 1 und GR 2 sind auch die letzten beiden einstelligen Bündner Autonummern, die sich noch im Besitz des Kantons befinden und von diesem verkauft werden können. Die bisher teuerste Bündner Nummer war im Jahr 2004 das Schild GR 8. Nussio kaufte es später vom ursprünglichen Käufer.

Der Umweg über eine Privatperson war ein Einzelfall, wie Nussio erklärt. «Direkt beim Kanton habe ich die GR-Nummern 3, 4, 5 und 7 gekauft.» Allein für die Rekordnummer GR 8 wurden 111 000 Franken bezahlt. Laut Schätzungen des Kantons bringen Verkauf und Versteigerung von besonderen Autokennzeichen jährlich eine Viertelmillion Franken ein.

Nur Zug machts nicht

Das Geschäftsmodell Autonummer haben in den letzten Jahren die meisten Kantone entdeckt. Einzig Zug verzichtet darauf, tiefe oder spezielle Zahlen auf den Kennzeichen zu Geld zu machen. Nussio selber ist seit 22 Jahren im Autonummern-Geschäft. Ergeben habe sich die ungewöhnliche Tätigkeit eher durch Zufall, erzählt er. Bei seinen Kunden übrigens handle es sich nicht nur um Superreiche.

Kommentar schreiben

Kommentar senden