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Edelkastaniengallwespe, Handys und Kirschessigfliegen

Am Nationalen Wettbewerb von «Schweizer Jugend forscht» präsentierten 93 Jugendliche aus der ganzen Schweiz ihre wissenschaftlichen Projekte. Drei aus der Südostschweiz wurden am Samstag mit den Prädikaten «sehr gut» und «hervorragend» ausgezeichnet und mit einem Sonderpreis belohnt.

Südostschweiz
Samstag, 30. April 2016, 14:30 Uhr «Schweizer Jugend forscht»
37 Teilnehmerinnen und 56 Teilnehmer reichten bei der Stiftung «Schweizer Jugend forscht» ihre Projekte ein. Pressebild

Über 90 Jugendliche reichten 80 Arbeiten ein und nahmen so am nationalen Wettbewerb  2016 von «Schweizer Jugend forscht» teil. Die Stiftung zeichnet die Arbeiten mit Prädikaten aus.

Dazu gewinnen diverse Teilnehmer einen Sonderpreis, welcher zu einem Besuch eines zweiwöchigen Wissenschaftscamps in London, einer Einladung an die Nobelpreisverleihung in Stockholm oder der Teilnahme an internationalen Projektwettbewerben in Europa, Asien und den USA berechtigen.

Gleich drei Teilnehmer aus der Südostschweiz wurden mit solch einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Edelkastaniengallwespe und Kirschessigfliegen

Riccardo Valenti aus Roveredo machte eine Fallstudie zum Misox. Sein Thema: Morphologie und Wirksamkeit des natürlichen Antagonisten der Edelkastaniengallwespe. Klingt kompliziert - bringt dem Kantischüler aber das Prädikat «sehr gut» und den «Premio speciale Jugend forscht» ein.

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«Dem Leben oder besser gesagt den Bauern dienen wird ganz sicher die mit «hervorragend» prämierte Arbeit der 18-jährigen Sereina Annina Quitschau aus Malans. Sie untersuchte, wie man Becherfallen verbessern kann, um damit mehr Kirschessigfliegen zu fangen», schreibt «Schweizer Jugend forscht» in der Medienmitteilung.

«Sie fand heraus, dass schwarze Fallendeckel mehr Fliegen anlocken als rote. Zudem konnte sie durch Zugabe eines Duftstoffes (Betacyclocitral) deutlich mehr weibliche Fliegen anlocken.»

Auch die Positionierung der Fallen hat einen grossen Einfluss: An schattigen Standorten fing Sereina Annina Quitschau weitaus mehr Fliegen als an sonnigen Standorten. So die Stiftung weiter. Die Schülerin des Gymnasiums Schiers gewinnt mit ihrer Arbeit den Sonderpreis «Metrohm» und darf an der Nachhaltigkeitsolympiade «I-Sweeep» 2017 teilnehmen.

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Die Strahlung ist mit dir!

Niclas Burkhardt aus Rapperswil machte es sich zur Aufgabe, den «Einfluss elektromagnetischer Wellen auf Struktur und Anordnung der menschlichen Erythrozyten» zu untersuchen. Sein Fazit: «Die Strahlung ist mit dir!»

Im Interview mit «Schweizer Jugend forscht» erklärt der Schüler der Kantonsschule Ausserschwyz: «Dieses Thema interessiert mich, da es uns alle betrifft. Schliesslich sind wir Teil einer Gesellschaft, in der fast jeder Mensch ein Handy besitzt und wenn dann von Begriffen wie Elektrosmog die Rede ist, frage ich mich: was heisst das für uns?»

Um das heraus zu finden, nahm Burkhardt viel Arbeit auf sich: «Ich habe untersucht, welche Auswirkungen ein kurzes Telefonat mit dem Handy auf die Struktur unserer roten Blutkörperchen hat. Dazu habe ich bei mehreren Personen Blutproben vor und nach einem Telefonat aus dem Ohr entnommen und sie unter dem Lichtmikroskop verglichen», erklärt der Schüler.

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Er hat herausgefunden: «Die Form der roten Blutkörperchen kann sich durch das Telefonat verändern, wobei die häufigste Verformung das Auftreten von kleinen Ausbuchtungen an den Zellen ist.»

Auf die Frage, was er mit seiner Arbeit bewirken will, sagt Burkhardt: «Ich möchte etwas Licht in das Dunkel um das Thema Handystrahlung und Elektrosmog bringen. Manche schwören ja Stein auf Bein, dass das unser aller Verderben ist. Wiederum viele andere behaupten, dass alles völlig unbedenklich ist. Da weiss man dann als Normalsterblicher oft nicht, was man denken soll.»

Auch die Arbeit des Rapperswilers bekommt das Prädikat «hervorragend» und auch er darf durch seinen Sonderpreis an die Nachhaltigkeitsolympiade 2017.

Stiftung Schweizer Jugend forscht

Die Stiftung Schweizer Jugend forscht unterstützt seit 1967 neugierige und motivierte Kinder und Jugendliche mit dem Ziel, die Freude und Faszination an wissenschaftlicher Arbeit zu wecken.

Die nachhaltige Förderung talentierter junger Menschen mit wissenschaftlicher Neugier, Kreativität und Problemlösungskompetenz ist eine zentrale Aufgabe zur Sicherung des Innovationsstandorts Schweiz. (bor)

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