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«Es ist ein gefühltes Problem»

Gastro Val Müstair und der Handels- und Gewerbeverein Val Müstair haben kürzlich in einem Brief an die Regierung ihre Bedenken zu den Asylsuchenden im Tal ausgedrückt. Sie befürchten einen negativen Effekt für den Tourismus, falls das Asylzentrum in Valchava weitergeführt werden sollte.

Südostschweiz
Mittwoch, 06. April 2016, 16:30 Uhr Kritik an Asylzentrum in Valchava
Schaden die Asylsuchenden dem Tourismus im Münstertal? Bild Fadrina Hofmann

Ende April läuft der Vertrag zwischen der Bündner Regierung und Werner Braun aus, der im alpinen Sport- und Ferienlager Muntanella in Valchava seit Dezember 2015 zwischen 45 und 50 Asylsuchende einquartiert hat.

Nun haben die Vorstände der Vereine Gastro Val Müstair und Uniun da mansteranza e commerzi Val Müstair dem Regierungsrat Christian Rathgeb einen Brief geschrieben, wie Radiotelevisiun Svizra Rumantscha berichtete.

Sie äussern darin die Sorge, dass das Asylzentrum dem Tourismus im Tal schaden könnte. Zweck des Briefes an die Regierung ist laut, Gabriella Binkert Becchetti, den Kanton zu mehr Transparenz und zu einer offenen Kommunikation aufzufordern.

«Es ist ein gefühltes Problem»

Braun versteht den Brief an die Regierung als Tat von einzelnen Personen, welche ein persönliches Problem mit ihm oder generell mit Asylanten haben. Er hat das Schreiben nun seinem Anwalt übergeben. Negative Reaktionen von Gästen oder Einheimischen hat der Leiter des Zentrums bisher nicht erlebt.

Alles verlaufe friedlich, auch unter den Hausbewohnern. Binkert Becchetti muss ebenfalls zugeben, dass es bisher keine direkte Konfrontation mit den Asylsuchenden gab. «Es ist ein gefühltes  Problem», sagte sie. 

Ob und wie lange die Unterkunft für Asylbewerber in Valchava weitergeführt werden soll, wollte Rathgeb gestern auf Anfrage nicht verraten, da demnächst Gespräche mit den betroffenen Parteien in der Val Müstair vorgesehen sind.

«Grundsätzlich haben wir im Kanton festgestellt, dass ein Asylzentrum keine negativen Auswirkungen auf Handel, Gewerbe und Tourismus hat», meinte der Regierungsrat. (fh)

Den ausführlichen Bericht lest ihr am Donnerstag in der «Südostschweiz» Ausgabe Graubünden.

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