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Streik beim Einzug der Asylbewerber in Valchava

Am Montag sind die ersten Asylsuchenden in die Chasa Muntanella in der Val Müstair eingezogen - widerwillig. Die 14 Männer aus Eritrea sollen schon bald Mitbewohner bekommen.

Südostschweiz
Dienstag, 01. Dezember 2015, 19:44 Uhr Zu weit abseits
Die jungen Mänenr wollen nicht in die Gruppenunterkunft gehen.

Eine Stunde hat es gedauert, bis die Asylsuchenden aus Eritrea ihre Sachen genommen haben und die neue Gruppenunterkunft in Valchava betreten haben. Die vorwiegend jungen Männer wollten streiken. Zu abgelegen sei das Tal, zu oft seien sie in den letzten eineinhalb Jahren schon von einem Ort zum anderen transferiert worden. Nach Chur, Davos und Laax ist Valchava nun aber die erste Region in weiter Ferne eines Ballungszentrums - für die Asylbewerber eine Zumutung. Doch schlussendlich blieb ihnen keine andere Wahl, als die neue Unterkunft doch noch zu beziehen.

Kein Wunschkonzert möglich

«Grundsätzlich haben die Asylsuchenden keinen Anspruch darauf, in Chur oder in der Nähe einer grösseren Ortschaft zu sein», sagt  Georg Carl, Abteilungsleiter Asyl und Rückkehr beim Amt für Migration und Zivilrecht Graubünden. Der Kanton habe Unterkünfte zur Verfügung und auf diese werden die asylsuchenden Personen verteilt. Gemäss Carl wird eine möglichst breite regionale Verteilung der Kollektivunterkünfte angestrebt. Transfers vom Bund in den Kanton sowie innerhalb des Kantons finden jeden Tag statt.

Familien mit schulpflichtigen Kindern werden in den Transitzentren mit eigenen Schulen untergebracht. Entsprechende Einrichtungen, in welchen der Unterricht nach dem geltenden Schulkonzept sichergestellt wird,  bestehen derzeit  in Schluein und Davos Laret. Die nächsten Asylbewerber werden laut Carl «ziemlich bald» in Valchava eintreffen. Zwischen 50 und 60 Asylsuchende können in der Chasa Muntanella untergebracht werden. (fh)

Mehr dazu in der «Südostschweiz» vom Mittwoch.

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