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Grosses Bedauern über Schliessungs des Instituts Ftan

Das Hochalpine Institut Ftan schliesst per sofort die Türen. Das bestätigte Rektor Sven A. Kohler auf Anfrage. Die Eltern sind am Dienstag per Post darüber informiert worden. Im Kanton und in der Region wird der Schritt bedauert.

Südostschweiz
Dienstag, 21. Juli 2015, 17:46 Uhr Ftan

«Der Verwaltungsrat des Hochalpinen Instituts Ftan sieht sich gezwungen, eine ausserordentliche Generalversammlung einzuberufen mit dem Traktandum: Einstellung des Schulbetriebs und die sich daraus ergebenden Konsequenzen». Dies schreibt der Verwaltungsrat in einer Medienmitteilung. In dieser überaus schwierigen Situation gelte die erste Sorge den Schülern, den Lehrern und den Angestellten des Instituts. In Zusammenarbeit mit dem Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement und den umliegenden Mittelschulen soll möglichst allen Schülern eine Anschlusslösung präsentiert werden. Ziel sei, dass alle ohne Zeitverlust ihre Ausbildung fortsetzen können.

Auch für die Lehrpersonen und das übrige Personal bemüht sich das Institut Lösungen anzubieten. Allerdings seien die liquiden finanziellen Mittel derart knapp, dass kein Sozialplan möglich ist. Hier arbeitet das Institut mit dem kantonalen Arbeitsamt zusammen. Am Dienstagabend findet eine Informationsveranstaltung für Eltern und Mitarbeiter statt.

 

Die Schliessung schmerzt

«Die Schliessung einer derart traditionsreichen Schule, zentral für das Unterengadin, schmerzt überaus», schreibt der Verwaltungsrat. Die stark gesunkenen Schülerzahlen aus dem Unterengadin und die tiefe Belegung des Internats, verbunden mit der Unmöglichkeit der Gemeinden, auf Jahre hinaus beträchtliche Mittel aufzubringen, würden dem Verwaltungsrat keine andere Wahl lassen. Dass die Aberkennung des Labels durch Swiss Olympic das Marketing noch zusätzlich erschwert hat, sei klar. «Wenn bis zur ausserordentlichen Generalversammlung keine Lösung in letzter Minute auftaucht, dürfte die Weiterführung der Schule unmöglich sein», heisst es weiter.

Regierungsrat Martin Jäger bedauert die Schliessung ausserordentlich, wie er gegenüber Radio Südostschweiz sagte. Für die Schüler werden im Kanton Lösungen gesundt. Ob das auch für die Lehrer klappen wird, konnte der Bildungsminister nicht sagen. Auch Johannes Flury, Präsident des Verwaltungsrats des Instituts zeigt sich enttäuscht, sagt aber, dass es der einzige gangbare Weg sei. (fh)

Die Geschichte des Hochalpinen Instituts in Ftan

1793 Gründung der Schule als Institut à Porta durch Andrea Rosius à Porta.

1913 Bau des Hochalpinen Töchterinstituts Ftan.

1976 Öffnung der Bildungsstätte auch für Knaben. Das Internat bleibt eine Töchterschule.

1993 Änderung des Namens in Hochalpines Institut Ftan und Zulassung von Knaben ins Internat.

1994 Gründung der Sportklasse.

2008 Übernahme des operativen Betriebs des von Swiss Ski und dem Bündner Skiverband gegründeten Vereins zur Nachwuchsförderung.

16.1.2014 Ehemalige Mitarbeiter des Instituts erheben in der «Südostschweiz» schwere Vorwürfe gegen Institutsleitung. Von manipulierten Abschlussnoten, pädagogischen Skandalen und vielen Abwesenheiten ohne Folge ist die Rede.

25.2.2014 Nach den Kündigungen der Prorektoren Kurt Leitl und Carla Weisskopf nimmt auch Rektor Gerhard Stäuble den Hut und kündigt per Ende Schuljahr.

30.5.2014 Bruno Büchi wird neuer Rektor des HIF. Er bleibt aber nur kurz und verlässt die Schule im November bereits wieder.

25.12.2014 Der Verwaltungsrat des HIF gibt bekannt, dass Sven A. Kohler zum interimistischen Leiter gewählt wird.

24.1.2015 Johannes Flury übernimmt von Rolf Dubs das Verwaltungsratspräsidium.

11.6.2015 Das HIF teilt mit, dass Sven A. Kohler auch im kommenden Schuljahr das Institut weiter führen wird.

30.6.2015 Die Schule verliert das Label Swiss Olympic School definitiv.

21.7.2015 Das HIF teilt Eltern und Mitarbeitern mit, dass die Schule sofort geschlossen wird.

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