Romanen und Italienischbündner kämpfen gegen No Billag
Am Hauptbahnhof Zürich verschaffen sich Romanen und Italienischbündner am Donnerstag eine Stimme. Mit acht Stunden Musik von verschiedenen Bündner Musikschaffenden und einem Feuerwehrauto wollen sie auf die allfälligen Folgen einer Annahme der No-Billag-Initiative für die Sprachminderheiten aufmerksam machen.
Am Hauptbahnhof Zürich verschaffen sich Romanen und Italienischbündner am Donnerstag eine Stimme. Mit acht Stunden Musik von verschiedenen Bündner Musikschaffenden und einem Feuerwehrauto wollen sie auf die allfälligen Folgen einer Annahme der No-Billag-Initiative für die Sprachminderheiten aufmerksam machen.
Am 4. März stimmen Herr und Frau Schweizer über die No-Billag-Vorlage ab. Die Initiative will die Radio- und Fernsehgebühren (Billag) abschaffen. Für die Lia Rumantscha, die Pro Grigioni Italiano und weitere rätoromanische Sprachvereinigungen ist klar, das damit die Sprachminderheiten im Kanton Graubünden bedroht werden.
Nicht nur die romanisch- und italienischsprachigen Radios und Fernsehen der SRG stünden dann vor dem Aus, so sind sich die Organisationen sicher, sondern auch RSO und TV Südostschweiz, welche ebenfalls romanische und italienische Programminhalte bieten.
In zwölf Kurzkonzerten von 12 bis 20 Uhr präsentieren am Donnerstag Bündner Musikschaffende die kulturelle Vielfalt, «die nicht zuletzt dank eines funktionierenden Service public möglich ist», so die Lia Rumantscha in einer Mitteilung.
Wir waren für Euch am Hauptbahnhof in Zürich:
Ticker
Musikerin und Gewinnerin des Bündner Kulturpreises, Corin Curschellas, hat die Aktion ebenfalls mit einem musikalischen Beitrag unterstützt. Am Ende rief sie die Anwesend auf abstimmen zu gehen - und zwar solle man doch ein Nein bei der No-Billag-Initiative einlegen. Hiermit beenden wir den Ticker der Veranstaltung, welche noch bis 20 Uhr dauert.
Filmschaffende und Frau von Regierungsrat Jon Domenic Parolini, Susanna Fanzun, spricht den Anwesenden ins Gewissen.
Auch Musikerin Bibi Vaplan haut am Zürcher Hauptbahnhof in die Tasten.
CVP-Nationalrat Martin Candinas betont in seinem Statement die Wichtigkeit von romanischsprachigen Informationen. Zudem weisst er auch auf die wertvolle Berichterstattung der 34 privaten Radio- und TV-Stationen hin, welche ebenfalls Billag-Gebühren beziehen und von der Vorlage ebenfalls bedroht sind. Aus Solidarität mit den Romanen spreche er heute zudem Romanisch. Schliesslich wolle er zeigen, dass die Romanen ihre Sprache leben würden.
Auch der Aroser Tourismus-Direktor Pascal Jenny hat es sich nicht nehmen lassen, einige Worte im «Mittelpunkt der Schweiz» zu sagen.
Gemäss unserer Reporterin vor Ort, Pierina Hassler, vermag die Aktion bisher zu überzeugen. Während Chiara singt, sei viel los und die Besucher fänden die Aktion sehr sympathisch und wollen die Romanen unterstützten.
Legt Euch nicht mit Luca Maurizio an! Der Sänger aus dem Bergell findet Aussagen wie jenes des Berner SVP-Stadtrats Roland Iseli gar nicht komisch. Dieser hatte unter anderem gesagt: «Mit Rätoromanisch kommt man heute in der Schweiz nirgends hin.»
Sänger Mario Pacchioli und Pianist Thierry Maissen zeigen ihr Können auf Romanisch.
Der Bündner Ständerat Stefan Engler sieht sich als Stimme der Romanen und der Politik. «No Billag zerstört Schweizer Werte», betont der CVP-Politiker in seiner Rede.
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