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Wasserqualität ist in drei von vier Glarner Badis ungenügend

Die Wasserkontrolleure vom Amt für Lebensmittelsicherheit haben das Badewasser getestet. Vier Betriebe im Kanton Glarus wurden überprüft – nur in einer Badi war die Probe einwandfrei.

Sara
Good
07.09.22 - 17:35 Uhr
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Sauber: Die Wasserqualität in der Badi Glarus ist laut dem Amt für Lebensmittelsicherheit gut.
Sauber: Die Wasserqualität in der Badi Glarus ist laut dem Amt für Lebensmittelsicherheit gut.
Bild Sasi Subramaniam

Die Wasserkontrolleure klopfen den Badibetreibern von Schwanden, Schwändi und Netstal auf die Finger. In den vergangenen Wochen haben sie acht Badewasserproben entnommen. Fünf davon sind ungenügend, weil verschiedene Höchstwerte überschritten wurden. Das Wasser war zum Beispiel zu trüb, enthielt zu viel Chlorat oder der pH-Wert war nicht in Ordnung.

Matthias Beckmann ist der Kantonschemiker von Glarus. Trotz den Qualitätsmängeln bestehe für die Badegäste keine Gefahr, sagt er zu den «Glarner Nachrichten». Die Trübung des Wassers sei ohnehin ein rein kosmetischer Aspekt, der durch eine mangelhafte Filteranlage oder durch zu wenig Frischwasser entsteht. Nur beim Chlorat sei Vorsicht geboten: «Wenn man regelmässig in Kontakt mit Chlorat kommt, kann es sein, dass die Jodaufnahme gehemmt ist.» Davon seien vor allem Kleinkinder betroffen, da sie eher Badewasser schlucken würden. Chlorat entsteht durch die starke Sonneneinstrahlung und betrifft daher hauptsächlich Freibäder.

Amt fordert mehr Eigenkontrolle

Das Amt für Lebensmittelsicherheit fordert die Badibeitreiber dazu auf, Korrekturmassnahmen zu ergreifen und das Wasser häufiger zu kontrollieren. Chlorat kann allerdings nur im Labor nachgewiesen werden. Ist die Konzentration zu hoch, kann man den Stoff nicht aus dem Wasser rausfiltern. Die einzige Option ist es, das Chlorat mit Frischwasser zu verdünnen, wie Matthias Beckmann erklärt.

Im Rahmen der Kontrolle wurde auch das Wasser der Badi Glarus getestet. Diese Probe wurde nicht beanstandet, weil alle geltenden Höchstwerte eingehalten wurden. Laut einer Mitteilung des Amts für Lebensmittelsicherheit ist die hygienische Aufbereitung des Badewassers komplex. Um die Badegäste vor Krankheitserreger zu schützen, wird das Badewasser für gewöhnlich mit Chlor behandelt. Wenn durch die Badegäste Schweiss, Urin oder Hautschuppen ins Wasser gelangen, kann es zu einer chemischen Reaktion kommen. So können gesundheitsschädliche Stoffe entstehen.

(eing/gos)

Sara Good verantwortet die Glarner Inhalte auf «suedostschweiz.ch». Zudem kreiert sie multimediale Inhalte und schreibt Artikel für die «Glarner Nachrichten». Sie hat den Diplomlehrgang am MAZ absolviert und Multimedia Production in Chur studiert. Mehr Infos

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