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Lintharena braucht weitere Finanzspritze

Nur zehn Monate nach der Eröffnung klafft in der Kasse der ausgebauten Lintharena ein Loch. Die Gemeindeversammlung Glarus Nord soll weitere 1,25 Millionen Franken einschiessen.

Sara
Good
27.09.22 - 12:00 Uhr
News
Weniger Einnahmen, höhere Kosten: Die Lintharena in Näfels braucht einen Kredit von 1,25 Millionen Franken.
Weniger Einnahmen, höhere Kosten: Die Lintharena in Näfels braucht einen Kredit von 1,25 Millionen Franken.
Bild Sasi Subramaniam

Fast 40 Millionen Franken sind in die Sanierung und den Ausbau der Lintharena geflossen. Die Verantwortlichen erklären heute vor den Medien, dass das nicht reicht. Die Gemeinde Glarus Nord soll nun als Eigentümerin einspringen und an der Gemeindeversammlung im November einen zusätzlichen Kredit von 1,25 Millionen Franken sprechen. Wie aus einer Mitteilung der Lintharena hervorgeht, haben drei Gründe zur finanziellen Not geführt: die Corona-Pandemie, Energiekrise und der Personalmangel.

600'000 Franken fürs Personal

Der Arbeitsmarkt sei nahezu ausgetrocknet, was die Lohnkosten in die Höhe treibt. Im laufenden Jahr beträgt der Personalaufwand nun 600'000 Franken mehr als budgetiert. Zudem wurde die Besetzung der Stellen schwieriger. Weil nicht überall qualifiziertes Personal gefunden wurde, hat die Lintharena zur Sicherstellung des Betriebs mit externen Firmen zusammengearbeitet. Das habe höhere Kosten verursacht.

Seit zehn Monaten ist die ausgebaute Lintharena samt neuer Wasserrutsche für Besuchende offen.
Seit zehn Monaten ist die ausgebaute Lintharena samt neuer Wasserrutsche für Besuchende offen.
Bild Sasi Subramaniam

300'000 Franken wegen höheren Energiepreisen

Seit der Budgetierung bewegte sich der Energiepreis stets nach oben. Vor dem Start der Sanierung lag der Energieliefervertrag bei sechs Rappen. Anfang 2022 betrug der Preis 18,9 Rappen. Mittlerweile betrage er 78 Rappen. Das verursache ein finanzielles Loch in der Höhe von 300'000 Franken.

300'000 Franken weniger in der Gastro und Hotellerie

Bis im Mai 2022 wurden Seminare, Trainingslager, Gruppenreservationen im Restaurant und weitere Events wegen Corona abgesagt. Das hatte laut der Lintharena markanten Einfluss auf den Umsatz, welcher rund 300'000 Franken geringer als budgetiert ausfällt. Durch den Fachkräftemangel wurden die Öffnungszeiten des Restaurants im zweiten Quartal reduziert. Seit Mitte September ist das Restaurant wieder durchgängig offen. Ab Oktober öffnet der Gastrobereich auch am Montag seine Türen wieder.

Die Lintharena erhöht ab Oktober die Eintrittspreise.
Die Lintharena erhöht ab Oktober die Eintrittspreise.

Höhere Eintrittspreise

Ab Oktober erhöht die Lintharena wegen der finanziellen Schieflage die Preise. Neu kostet ein Hallenbadeintritt für eine erwachsene Person zwölf anstatt zehn Franken. Kinder von sechs bis 16 Jahren müssen neu 6,50 Franken und nicht mehr einen Fünfliber zahlen. Für Kinder bis sechs Jahre bleibt der Eintritt weiterhin gratis.

Mit dieser Preiserhöhung sollen die höheren Energiepreise teilweise abgefedert werden. Rund ein Fünftel der Mehrkosten könne durch diese Massnahme gedeckt werden. Zudem arbeiten der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung an einem Massnahmenpaket, um die Kosten in den folgenden Jahren in den Griff zu bekommen und den Ertrag zu steigern.

Sara Good verantwortet die Glarner Inhalte auf «suedostschweiz.ch». Zudem kreiert sie multimediale Inhalte und schreibt Artikel für die «Glarner Nachrichten». Sie hat den Diplomlehrgang am MAZ absolviert und Multimedia Production in Chur studiert. Mehr Infos

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Wär vielleicht jetzt endlich der Zeitpunkt gekommen, nicht alle Bahnen für die Schulen unter der Woche zu sperren, sondern wenigstens eine der fünf für die Öffentlichkeit frei zu geben. Kenne viele, die da gern gehen würden, es aber nicht können.

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung sind halt auch nicht gratis. Jedoch solche Budgeddifferenzen werffen schon Fragen auf, was die Professionaltität einiger verantwortlichen Instanzen entspricht.

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