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Green Share WEF geht in die nächste Runde

Weniger ist mehr. Unter diesem Motto animiert die Nachhaltigkeitsvereinigung Green Up zu einem Lebensstil, der auf eine hohe Lebensqualität bei weniger Ressourcenverbrauch setzt. Besonders sichtbar wird das, wenn sie mit Green Share versucht, WEF-Überbleibseln ein zweites Leben zu geben.

Südostschweiz
15.01.25 - 08:00 Uhr
Menschen & Schicksale
GreenShare_Congress_2024
Um die Weiterverwendung zu ermöglichen, leisten ganz viele Menschen hinter den Kulissen ganz viel Arbeit.

Veranstaltungen sind ein kurzlebiges Geschäft. Während sie läuft, soll alles möglichst perfekt aussehen, wenn sie vorbei ist, sind all die vorher unverzichtbaren Möbel und Dekorationsgegenstände überflüssig und landen meist im Abfall. Im Zusammenhang mit dem Jahrestreffen des World Economic Forum (WEF) machte man diese Erfahrung in Davos tausendfach. Obwohl inzwischen auch bei den Veranstaltern die Einsicht Einzug hält, dass Wiederverwenden nichts Verwerfliches ist, bleibt dennoch noch genügend Material übrig, für das es keine Verwendung mehr gibt. Sei es, weil es für die Veranstaltung nicht mehr repräsentativ genug ist oder sich die Nutzung des Raumes ändert. Wegwerfartikel sind auf jeden Fall Pflanzen, die speziell für diese Gelegenheit in grosser Zahl angeschafft und anschliessend entsorgt wurden. Doch dank der Zusammenarbeit zwischen Eventorganisationen und Green Up ­werden diese seit einigen Jahren der Bevölkerung zum Mitnehmen angeboten. Eine Möglichkeit, die diese sehr gerne nutzt und den Pflanzen in Wohnstuben, Büros oder halböffentlichen Räumen eine neue Heimat gibt.

Von der Theke zum Ladentisch

Seit drei Jahren wird auch das Wiederverwendungsangebot für Möbel und Dekorationsgegenstände kontinuierlich ausgebaut. «Inzwischen haben sich neben dem WEF und Publicis Live, die vor allem für die Gestaltung der Innenräume der WEF-eigenen Räumlichkeiten zuständig sind, noch weitere Veranstalter gemeldet», zeigt sich Nicole Keller, Geschäftsführerin im Green Hub, zufrieden. «Dadurch können wir eine Chat-Gruppe mit Anbietern und Abnehmern führen.» Dort würden vor allem  grosse, repräsentative Objekte vermittelt, die wenig geeignet für Privathaushalte seien. «Das kann ein ganzes Buffet, eine Polstergruppe oder schlicht Holz sein.» Bereits im November begannt Projektleiterin Tina Kuhn damit, Gegenstände und Materialien zu identifizieren, die lokal weitergegeben werden können. Erfolgsgeschichten sind dabei zum Beispiel die Theke des Tagungszentrums, die zum Ladentisch eines Sportgeschäftes umfunktioniert wurde. Oder eine komplette Tribüne, die neu in einer lokalen Schule Platz findet. Geignete Plätze zu finden, erfordere viel Arbeit, sagt sie. «Vor allem, wenn sie nicht alltäglich sind.» Erschwerend kommt dazu, dass sie bereits bis zum Ende der WEF-Woche abgeholt werden müssen.

Ambitionen zu noch mehr Einsparungen

Doch das Resultat kann sich sehen lassen. Keller: «Durch die Wiederverwendung schwerer Holzteile konnten dieses Jahr alleine schon 15 000 Kilogramm CO2 eingespart werden.» Und es soll noch mehr werden. Schon die Bilanz 2024 stimmt zuversichtlich. Indem mehr als 2500 Gegenstände vor dem Wegwerfen bewahrt wurden, wurden ebenfalls 15 000 Kilogramm des Klimagases Kohlendioxid eingespart. «Das Projekt entstand vor fünf Jahren und ist eine natürliche Erweiterung dessen, was wir das ganze Jahr über in der Schweiz tun, nämlich eine ressourcenschonende Gesellschaft zu fördern», sagt Initiatorin Keller.

Allerdings sind die Erfahrungen der Macherinnen hinter dem Projekt nicht aussschliesslich positiv. «Es gibt Leute, die angesichts der Fülle anfangen zu hamstern, obwohl sie eigentlich gar keine Verwendung für die Artikel haben.» Um dem vorzubeugen und für eine gerechte Verteilung zu sorgen, werden die zur Verfügung stehenden Objekte inzwischen auf der Homepage von Green Up hochgeladen. Dort können sie reserviert und anschliessend gegen eine Spende abgeholt werden. Von Dienstag, 28., bis Donnerstag, 30. Januar, jeweils von 17 bis 20 Uhr, und am Samstag, 1. Februar, von 10 bis 13 Uhr stehen die Gegenstände und Pflanzen an der Bahnhofstrasse 19 im Dorf zur Abholung bereit.

Wer aktuell über die neuesten Dinge informiert werden möchte, kann sich gerne der Green-Share-2025-Chat-Gruppe anschliessen. Reservationen sind jedoch nur über die Webseite möglich.

www.green-up.ch/de/project/greenshare

Projektleiterin Tina Kuhn führt Objekte und Räume zusammen.
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