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Kommentar

Auch die Chancen der Digitalisierung nutzen

Über die Gefahren zu sprechen, ist wichtig. Es eröffnen sich aber auch neue Möglichkeiten.

Daniel
Graf
Donnerstag, 22. November 2018, 09:00 Uhr Mediennutzung von Kindern
Finance
Smartphones und Tablets bergen nicht nur Gefahren, sie können für die Schule auch eine Chance sein.
ARCHIV/MARCO HARTMANN

Experten erklären die Gefahren der Mediennutzung. So lautete der Titel des Elternabends. In Zeiten von Cybermobbing, Sexting und frei zugänglicher Pornografie ist es richtig und wichtig, darüber zu sprechen, wann, wie oft und wofür Kinder ihre Handys nutzen sollten – und wo die Vorstellungen der Eltern und die Realität auseinanderklaffen. Die Referenten gingen am Rande auch auf die Chancen ein, welche Smartphones, Tablets und Apps mit sich bringen. Gerade diesem Aspekt wird im heutigen Diskurs aber zu wenig Beachtung geschenkt.

Ich erinnere mich noch an meine eigene Primarschulzeit. Wir gehörten zu den ersten Schülern, in deren Klassenzimmer zwei dieser grossen, knalligen iMacs standen. Zwei Stunden pro Woche durften wir damit spielen. Zur Verfügung standen drei Spiele. Wir Jungs spielten immer eines mit einem Maulwurf, in dem es darum ging, besser zu sein und weiter zu kommen als die anderen. Dafür mussten wir nicht nur unsere Geschicklichkeit und Lernfähigkeit unter Beweis stellen. Auch fachliches Wissen in Mathe oder Geografie und überfachliche Kompetenzen wie logisches Denken oder das Erarbeiten von Problemlösungsstrategien waren vonnöten, um erfolgreich zu sein. Dass wir dabei geschickt ausgetrickst wurden und die Aufgaben, welche wir im Unterricht so verschmäht hatten, plötzlich mit viel Elan am Computer erledigten, fiel damals natürlich keinem von uns auf. Plötzlich war der Schüler, der in Mathe immer 6er schrieb, nicht mehr der Streber, sondern der vielgeachtete Sieger im Game-Contest.

Es muss nicht immer darum gehen, besser zu sein als die anderen. Doch spielerisches Lernen hat enormes Potenzial. Von Wirtschaftssimulationen über ausgefeilte Zeichenprogramme bis hin zu Apps, um Musik zu komponieren – die Möglichkeiten sind grenzenlos. Klar ist auch: Schule kann nicht nur digital sein. Erfolgreiches Lernen basiert auf einer guten Beziehung zwischen Lehrer und Schüler. Doch in einem geregelten Rahmen entdecken Schüler am Tablet möglicherweise Talente und Leidenschaften, die sonst verborgen geblieben wären.

Kontaktieren Sie unseren Autor: daniel.graf@linthzeitung.ch 

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