König Armon Orlik triumphiert bei seiner Rückkehr – das war das Sportwochenende
Beim Niklausschwinget in Dietikon feiert Schwingerkönig Armon Orlik einen souveränen Sieg. Und die Frauen des FC Rapperswil-Jona überzeugen zum Vorrunden-Abschluss. Das war das Sportwochenende.
Beim Niklausschwinget in Dietikon feiert Schwingerkönig Armon Orlik einen souveränen Sieg. Und die Frauen des FC Rapperswil-Jona überzeugen zum Vorrunden-Abschluss. Das war das Sportwochenende.
Schwingen: Armon Orlik gewinnt erstes Fest als König
Nein, Mandarinen und Schoggi hat Armon Orlik nicht dabei – Niklausschwinget hin oder her. Stattdessen macht der König bei seinem ersten Auftritt seit dem grossen Triumph in Mollis Ende August mit seinen Gegnern kurzen Prozess. Sechs Gänge, sechs Siege – dem Rapperswil-Joner gelingt in Dietikon das perfekte Fest. Zum zweiten Mal nach 2016 gewinnt Orlik den Event zum Jahresausklang. Und das, obwohl der mittlerweile 30-jährige Schwinger mitten im Aufbau für die kommende Saison steckt.
Vor rund einem Monat nahm Armon Orlik das Training im Sägemehl wieder auf. In Topform ist er aber noch längst nicht. Sein Athletiktrainer Robin Städler verriet dem «Blick», Orlik habe seit dem Esaf acht Kilogramm Muskelmasse verloren. Gegenüber der «Südostschweiz» gab Orlik vor Kurzem zu, dass sein Schlaf und seine Ernährung in den vergangenen Wochen und Monaten alles andere als optimal gewesen seien. «Es geht nun darum, wieder in den Rhythmus zu kommen.»
Viel Anlaufzeit erhält Armon Orlik in Dietikon aber nicht. Gleich im ersten Gang bekommt er es mit dem Eidgenossen Nick Alpiger zu tun. In der letzten Minute holt er sich mit einem Konter den Sieg.
Nach vier weiteren Siegen, darunter im fünften Gang gegen den Appenzeller Roman Wittenwiler, stand der überlegene Armon Orlik bereits vor dem Schlussgang als Festsieger fest. In der Endausmarchung traf Orlik dabei nochmals auf Konkurrent Wittenwiler. Nach gut drei Minuten gewann der König auch das zweite Aufeinandertreffen. (rmi/cap)
Fussball: FCRJ-Frauen kantern Luzern nieder
Es gibt Siege, die stehen am Ende einer Phase. Und es gibt solche, die eröffnen ein neues Kapitel. Der 4:1-Erfolg der FCRJ-Frauen gegen Luzern vom Samstag gehört zur zweiten Sorte. Wer im Grünfeld war, spürte sofort: Dieses Team hat in den vergangenen Wochen etwas aufgebaut – Selbstverständnis, Spielfreude, Widerstandsfähigkeit.
Die Ausgangslage war klar: Mit einem Sieg wollte Rapperswil-Jona die starke Vorrunde vergolden und sich gleichzeitig deutlich von den Abstiegsrängen distanzieren. Doch kaum war das Spiel angepfiffen, lag Luzern bereits vorne – ein Kaltstart für Rapperswil-Jona. Serena Li Puma traf in der 5. Minute und sorgte für kurzzeitiges Stirnrunzeln auf den Tribünen. «Wir hatten einen wackeligen Start und machten in den ersten 15 Minuten einige Fehler», sagte Paige Bailey-Gayle nach dem Spiel.
Was danach folgte, war sinnbildlich für das Wachstum des FCRJ. Kein Hadern, kein Zittern – stattdessen «mutiger, klar strukturierter Fussball», wie es Sportchef Dario Semadeni nach dem Spiel ausführte. Die FCRJ-Frauen übernahmen sofort wieder die Kontrolle, erspielten sich Chance um Chance und liessen den Gegentreffer aussehen wie einen kleinen Betriebsunfall. «Als wir in den Rhythmus kamen, hatten wir den Flow und spielten guten Fussball», so Bailey-Gayle weiter.
Nach mehreren vergebenen Möglichkeiten fiel der Ausgleich in der 25. Minute: Paige Bailey-Gayle verwertete ein präzises Zuspiel von Zdravka Parapunova. Der FCRJ drückte nun, dominierte Luzern phasenweise nach Belieben. Als sich in der 38. Minute eine weitere Möglichkeit bot, war es Julia Ruf, die mit ihrem ersten Super-League-Tor die Wende perfekt machte – 2:1.
Nach der Pause zeigte Rapperswil-Jona, dass es diesen Vorsprung nicht verwalten, sondern ausbauen will. Die Mannschaft spielte mit einer Leichtigkeit, die man vor wenigen Monaten noch nicht ansatzweise erahnen konnte. In der 68. Minute war es erneut Julia Ruf, die nach einer präzisen Flanke von Angelina Isufi per Direktabnahme zum 3:1 traf. Von hier an geriet der FCRJ ins Rollen: Kombinationen liefen flüssig, das Pressing griff, Luzern fand kaum mehr statt. In der Nachspielzeit fiel das Tor zum 4:1, erneut durch Bailey-Gayle.
Die FCRJ-Frauen gehen damit auf Platz 7 in die Winterpause. Der Rückstand auf St. Gallen auf Platz 6 beträgt sechs Punkte, der Vorsprung auf die Abstiegsplätze komfortable neun. Bevor die Vorrunde endgültig vorbei ist, wartet noch ein Leckerbissen: Am Sonntagnachmittag steht der Cup-Viertelfinal auswärts bei Servette auf dem Programm. (pd)
Snowboard: Caviezel enttäuscht beim Saisonauftakt
Die Alpin-Snowboarderin Ladina Caviezel stand am Wochenende erstmals im Olympiawinter im Einsatz. Die Uznerin, die Ende Saison zurücktreten wird, konnte bei den ersten Wettkämpfen im chinesischen Mylin aber nicht überzeugen. Sowohl im ersten als auch im zweiten Parallel-Riesenslalom-Rennen schied die 32-Jährige in der Qualifikation aus. Sowohl am Samstag (21.) als auch am Sonntag (19.) fehlten ihr etwas mehr als eine halbe Sekunde auf den 16. Platz, der für die Qualifikation gereicht hätte. «China und ich sind immer noch keine Freunde», kommentierte die Uznerin auf Instagram. Sie freue sich nun, nach Europa zurückzukehren und auf die nächsten Rennen in Italien. Am kommenden Samstag tritt Caviezel in Cortina d'Ampezzo an.
Volleyball: Jona feiert ungefährdeten Sieg
Vor heimischem Publikum gewinnen die Volleyballer des TSV Jona mit 3:0 gegen den STV St. Gallen. Jona-Trainer Antonio Bonelli startete mit geänderter Startformation in das Spiel. Anstatt wie in den bisherigen Spielen mit drei Aussenangreifern zu agieren, setzte der Italiener von Beginn weg mit Simon Margot auf einen gelernten Diagonalangreifer. Dem Joner Spiel tat dies keinen Abbruch, auch wenn gegen die zeitweise überforderten St. Galler weiterhin vor allem über die Aussenposition gepunktet wurde.
In zwei schnellen Sätzen erspielte sich der TSV Jona eine 2:0-Führung (25:18, 25:19). Mit sehr wenigen Eigenfehlern und einer hohen Erfolgsquote im Angriff liessen sie dem Gegner wenig Chancen. Nennenswerte Gegenwehr kam von den St. Gallern dann erst im dritten Satz. Jona hatte noch einmal durchgewechselt und setzte mit Nico Fuchs und Emile Schwotzer zwei junge Spieler ein, die in dieser Saison bislang nur wenig Einsatzzeiten erhielten. Der bis dahin gut funktionierende Angriff der Joner geriet ins Stocken und St. Gallen lag im Satzverlauf durchwegs in Führung. Erst mit dem Rückwechsel von gestandenen Kräften (Kapitän Ramon Caviezel für Fuchs) erspielte sich Jona erste Matchbälle, die zum 28:26-Satzgewinn führten.
Mit diesem 3:0-Sieg steht der TSV Jona weiterhin auf dem vierten Rang der Tabelle. Am kommenden Wochenende ist ein Sieg gegen Schlusslicht Colombier ebenfalls Pflicht. (bom)
Faustball: Jonerinnen mit Sieg und Niederlage
Die Faustballerinnen des TSV Jona bestritten am Wochenende eine Heimrunde. In dieser trafen sie zuerst auf das noch ungeschlagene Elgg-Ettenhausen. Die Zürcherinnen zeigten, wieso sie in dieser Hallensaison die Favoritinnen auf den Schweizer Meistertitel sind. Die Jonerinnen verloren die ersten beiden Sätze sang- und klanglos (6:11, 5:11) und konnten erst im dritten zurückschlagen. Dank des knappen 12:10 war Jona wieder im Spiel, wenn auch nur für kurze Zeit: Denn im vierten Satz zeigten die Elggerinnen wieder ihr ganzes Können und gewannen das Spiel dank des 11:6. In der zweiten Partie trafen die Jonerinnen auf das Schlusslicht Kirchberg. Zwar verloren sie den ersten Satz mit 8:11, dann schlugen sie aber zurück – und wie. Die folgenden drei Sätze gewann Jona jeweils mit 11:4. In der Tabelle stehen sie damit mit vier Punkten aus vier Spielen auf dem dritten Platz und sind auf Kurs, sich für das Finalturnier zu qualifizieren.
Radquer: Glaus schliesst Swiss Cyclocross Cup auf Platz 3 ab
Beim letzten Lauf des Swiss Cyclocross Cup in Hittnau wurde nicht nur um die Tagessiege gekämpft, sondern auch um die Gesamtwertung. In dieser fielen die Entscheidungen in den meisten Kategorien erst im letzten Rennen. So auch bei den Frauen. Die Französin Electa Gallezot reiste als Gesamtführende an. Ihre engsten Verfolgerinnen – ihre Landsfrau Line Burquier sowie die Schweizerinnen Jana Glaus (Schänis) und Rebekka Estermann – hofften jedoch noch auf eine späte Wende.
Der Tagessieg in Hittnau ging zum ersten Mal in dieser Saison an eine Schweizerin. Nach einem verhaltenen Start drehte die Schweizer Meisterin Rebekka Estermann zur Rennhälfte auf und liess schliesslich alle Konkurrentinnen hinter sich. Auf den zweiten Platz fuhr Perrine Clauzel, knapp vor der Schännerin Jana Glaus. «Am Start bin ich nicht so gut weggekommen, aber nach der ersten halben Runde konnte ich zur Spitzengruppe aufschliessen», berichtete Glaus. «Trotz des Sturzes bin ich sehr zufrieden mit meinem Podestplatz», sagte sie im Ziel. Die Jonerin Larissa Rossner belegte Platz 15. Der fünfte Rang in Hittnau genügte Gallezot, um die Gesamtwertung für sich zu entscheiden. Estermann und Glaus komplettierten das Podest hinter der Französin, Rossner klassiert sich auf Rang 8.
Bei den Herren entschied der Belgier Lander Loockx das Rennen für sich. Auch zwei Athleten des VC Eschenbach standen am Start: Mike Frischknecht wurde 21., Thierry Gafner klassierte sich auf Rang 25. Der Gesamtsieg geht an Théo Thomas.
Unihockey: Nach dem Punktverlust der Sieg im Derby
Die Jona-Uznach Flames erleben ein Wochenende mit zwei sehr unterschiedlichen Auftritten. Am Samstag in Adliswil gaben sie einen Punkt aus der Hand. Am Sonntag folgte im Derby gegen die Red Devils eine Reaktion.
Der Start in die Partie gegen Züri Süd verlief ausgeglichen. Die Flames hatten leichte Feldvorteile, konnten aber im ersten Drittel keine ihrer Chancen verwerten. Im zweiten Abschnitt fanden die Flammen ihren Rhythmus. Nach einem sauber ausgespielten Angriff traf Tobias Sturzenegger zum 0:1 und erhöhte später auf 0:2. Die Flames wirkten in dieser Phase stabil, kontrollierten das Spiel defensiv und erspielten sich gute Möglichkeiten.
Im Schlussdrittel änderte sich das Bild. Züri Süd nutzte mehrere Ungenauigkeiten in der Flames-Defensive konsequent aus. Die Gegentore fielen verteilt über das Drittel – jeweils nach Situationen, in denen die Flammen nicht sauber standen. Zwar gelang den Flames zwischenzeitlich durch Colin Aebersold ein weiterer Treffer, doch am Ende mussten die Flames den 3:3-Ausgleich hinnehmen. In der Verlängerung zeigte Aebersold erneut seine Abschlussstärke und erzielte mit einem sehenswerten Abschluss den entscheidenden Treffer zum 4:3. Die Flames sichern sich so zwei Punkte, wissen jedoch, dass an diesem Abend mehr möglich gewesen wäre.
Im Derby gegen die Red Devils aus Altendorf vor 300 Zuschauerinnen und Zuschauern zeigten die Flames eine starke Reaktion auf den Samstag. Der Start war ausgeglichen, doch die Flames fanden zunehmend besser in die Partie. Florian Müller traf in der 7. Minute zur Führung. Die Red Devils glichen später aus, Noah Lüthi stellte kurz darauf die Führung der Flames wieder her.
Im ersten Powerplay des Spiels traf Patrik Köpfli sehenswert zum 3:1-Pausenstand. Im zweiten Drittel erhöhten die Flames durch Müller auf 4:1. Die Red Devils verkürzten danach per Freistoss auf 4:2 – erneut eine Szene, in der die Flames-Defensive nicht sauber zugeteilt war.
Im Schlussabschnitt spielten die Flames abgeklärt weiter. Im Powerplay erhöhte Nicola Federli auf 5:2. Auch der zweite Gegentreffer der Gäste in diesem Drittel fiel nach einem Freistoss. Als der Gegner zum Schluss den Torhüter ersetzte, nutzten die Flames die Räume konsequent: Federli traf ins leere Tor zum 6:3, ehe Köpfli ebenfalls mit einem Empty-Netter den Schlusspunkt zum 7:3 setzte. Eine geschlossene Teamleistung über 60 Minuten sorgte für einen klaren und verdienten Derbyerfolg. (eing)
Lars Morger arbeitet seit 2022 als Redaktor Sport mit Schwerpunkt Eishockey und Schwingen für die Sportredaktion der «Südostschweiz»-Medienfamilie. Mehr Infos
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