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Zweimal Gold, einmal Silber: VC Eschenbach räumt an den nationalen Radquer-Titelkämpfen ab

Kevin Kuhn und Dario Lillo bescheren dem Veloclub Eschenbach an den Schweizer Meisterschaften im Radquer einen Doppelsieg. Einen zweiten Titel für den Verein gibt es durch U23-Fahrerin Jana Glaus.

Linth-Zeitung
13.01.26 - 04:30 Uhr
Linthgebiet
Erfolgreiche Schweizer Meisterschaften für den Veloclub Eschenbach: Kevin Kuhn (Mitte) und Jana Glaus gewinnen Gold, Dario Lillo holt Silber.
Erfolgreiche Schweizer Meisterschaften für den Veloclub Eschenbach: Kevin Kuhn (Mitte) und Jana Glaus gewinnen Gold, Dario Lillo holt Silber.
Bild: VC Eschenbach

Die Schweizer Meisterschaften vom Sonntag in Schneisingen boten alles, was das Radquer-Herz begehrt. Kalte Temperaturen sowie eine technisch wie physisch anspruchsvolle Strecke im Schnee forderten das Starterfeld auf allen Ebenen.

Bei den Frauen wurde das Aufeinandertreffen zwischen den beiden Mountainbike-Spezialistinnen Alessandra Keller und Jolanda Neff sowie Titelverteidigerin Rebekka Estermann mit Spannung erwartet. Zu einem offenen Dreikampf kam es jedoch nicht: Keller setzte bereits in der zweiten Runde zur entscheidenden Attacke an und liess der Konkurrenz keine Chance. Mit über einer Minute Vorsprung fuhr die amtierende Weltmeisterin im Short-Track souverän zum Sieg und sicherte sich damit ihren vierten Schweizer Meistertitel im Radquer. Hinter Keller entwickelte sich ein intensiver Kampf um Platz 2, in dem sich Mountainbike-Olympiasiegerin Neff bis zum Schluss ein enges Duell mit Estermann lieferte, aber sich schliesslich durchsetzen konnte.

Nach dem Rennen zog Keller ein positives Fazit: «Ich bin sehr zufrieden, wie ich gefahren bin. Ich fühlte mich gut und fuhr auch technisch sauber. Es ist mein erstes Radquerrennen in dieser Saison und umso glücklicher bin ich, dass ich meinen vierten Titel nach Hause nehmen kann.» Nun liege der Fokus aber auf dem Mountainbike. Noch am Sonntagabend reiste Keller nach Südafrika ins Trainingslager.

Eine Klasse für sich: Mountainbike-Star Alessandra Keller fährt in Schneisingen solo zu ihrem vierten Radquer-Meistertitel.
Pressebild: Christian Meier / Swiss Cyclocross

Lillo fordert Klubkollege Kuhn alles ab

Auch bei den Männern wurde den Zuschauenden in Schneisingen Radquersport auf höchstem Niveau geboten. Bereits ab der ersten Runde war klar, dass Titelverteidiger Kevin Kuhn, Dario Lillo und Loris Rouiller den Sieg unter sich ausmachen würden. Während des Rennens kam es zu mehreren Führungswechseln, zeitweise konnte sich der Eschenbacher Mountainbike-Profi Lillo absetzen, doch Radquer-Spezialist Kuhn blieb stets in Schlagdistanz. Gegen Rennende war es schliesslich Kuhn, der entscheidend wegkam und sich so seinen vierten Meistertitel sichern konnte mit drei Sekunden Vorsprung auf VC-Eschenbach-Klubkollege Lillo. Rouiller sicherte sich Bronze.

Wegen starkem Klubkollegen: Der neue und alte Schweizer Meister Kevin Kuhn vom VC Eschenbach muss in Schneisingen an seine Grenze gehen.
Pressebild: Christian Meier / Swiss Cyclocross

Nach seiner Aufholjagd zeigte sich Kuhn sichtlich erfreut über den Sieg: «Es war ein wirklich spannendes Rennen. Die Bedingungen im Schnee machten es schwierig und jeder machte mal einen Fehler, was immer wieder Zeit kostete. Ich hatte wegen des Schnees einmal grosse Probleme, wieder in meine Pedale einzuklicken, weshalb Dario zur Rennhälfte eine Lücke aufreissen konnte. Ich spürte aber, dass ich physisch sehr stark war und konnte das Loch schliesslich noch schliessen und mir den Sieg sichern.»

Der knapp geschlagene Lillo sagte derweil: «Es war ein spezielles Rennen mit dem vielen Schnee, und ich hatte nur ein Radquer-Training in den Beinen. Trotzdem habe ich mich gut gefühlt und kam mit dem Schnee recht gut zurecht. Zur Rennmitte konnte ich sogar einen Vorsprung herausfahren und war alleine vorneweg. Leider hatte ich dann einen technischen Defekt, der mich zurückwarf. Und in den letzten Runden habe ich dann zu viele Fahrfehler gemacht. Dadurch konnte sich Kevin absetzen.»

Glaus hat nur in der Startphase Probleme

Nicht ganz ohne Probleme verlief auch das Rennen von Jana Glaus. Nach einem guten Start wurde die 20-Jährige aus Schänis in der ersten Kurve durch einen Sturz aufgehalten. Trotz dieses Rückschlags fand sie schnell ihren Rhythmus, schloss zur Elite-Spitzengruppe auf und arbeitete sich in der ersten Rennhälfte bis auf Rang 2 des Elite-Feldes vor. Kleinere Materialprobleme an den Pedalen beeinträchtigten ihren Rennverlauf nur geringfügig. Mit rund dreieinhalb Minuten Rückstand auf Siegerin Alessandra Keller erreichte Glaus am Ende Rang 4 bei den Elite-Frauen und – zum dritten Mal in Serie – Platz 1 in der U23-Wertung. «Ich bin sehr zufrieden und freue mich über den Titelgewinn», sagte Glaus, die 2025 schon Bronze und 2024 Silber bei der Elite gewonnen hat, nach dem Rennen. Knapp eineinhalb Minuten nach der Schännerin fuhr Larissa Rossner aus Rapperswil-Jona als Siebte der Elite-Wertung ins Ziel.

Dritter U23-Meistertitel in Serie: Die Schännerin Jana Glaus (Mitte) strahlt als Siegerin vom Podest.
Pressebild: Christian Meier / Swiss Cyclocross

Auch andere VCE-Mitglieder zeigten in Schneisingen gute Leistungen. So wurde etwa Mike Frischknecht Sechster bei den U23-Männern – oder Silvio Beer Dritter in der Masters-Kategorie, in der es aber keine Meisterschaftsmedaillen zu gewinnen gibt. (pd/su)

Zur kompletten Rangliste geht es hier.

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