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Gemeinde Schmerikon beklagt überraschend hohen Steuerrückgang

Das gab es seit 15 Jahren nicht mehr: Die Steuereinnahmen in Schmerikon sind rückläufig. Und zwar ziemlich deutlich – und unerwartet.

Südostschweiz
22.01.25 - 15:33 Uhr
Linthgebiet
Das schmucke Seedorf Schmerikon: Das Jahr 2024 wird für die Gemeinde finanziell kein rosiges.
Das schmucke Seedorf Schmerikon: Das Jahr 2024 wird für die Gemeinde finanziell kein rosiges.
Pressebild
Der Steuerabschluss der Gemeinde Schmerikon fällt schlecht aus: rund 1,1 Millionen Franken weniger als im Vorjahr und 1,3 Millionen Franken unter Budget. «Die Gründe sind vielfältig und die Voraussage über die weitere Entwicklung schwierig», schreibt Gemeindepräsident Félix Brunschwiler in einer Medienmitteilung. Fest stehe, dass mit dieser grossen Abweichung auf der Einnahmenseite ein hohes Defizit erwartet werden müsse. Die definitiven Zahlen dafür liegen in wenigen Wochen vor.

Ein Steuerrückgang trat bei der Gemeinde Schmerikon letztmals 2010. Bei den natürlichen Personen sind die Einkommens- und Vermögenssteuern des laufenden Jahres mit 10,3 Mio. Franken um knapp 2 Prozent zurückgegangen. «Weit dramatischer ist der Rückgang der Nachzahlungen bei den Einkommens- und Vermögenssteuern der Vorjahre», heisst es in der Mitteilung. Bei diesen resultierte sogar ein Minus von 16'000 Franken. Im Vorjahr betrugen die Einnahmen noch 880'000 Franken, budgetiert waren 800'000 Franken.

Falsche Annahme des Gemeinderates

Bei der Budgetierung des laufenden Jahres berücksichtigte die Gemeinde den generellen Ausgleich der kalten Progression mittels Anpassung des kantonalen Steuertarifs. Der Gemeinderat hatte jedoch angenommen, dass dieser Effekt durch das stetige Wachstum der einfachen Steuer, im Schnitt seit dem Jahr 2000 waren es 3,5 Prozent je Jahr, überkompensiert würde (siehe Grafik). Dies ist nicht eingetreten.

Quelle Gemeinde Schmerikon

In den Jahren 2022 und 2023 waren die Veränderungen der einfachen Steuer zum jeweiligen Vorjahr mit plus 6,9 Prozent und 5 Prozent ausserordentlich hoch ausgefallen. Brunschwiler mutmasst, dass dieses überdurchschnittliche Wachstum auf zu hohen provisorischen Steuerrechnungen basieren könnte. Die hohen Rückerstattungen, die nun zu einem Ergebnis unter null führten, sind ein Hinweis dafür.

Eine nähere Betrachtung der individuellen Steuerdaten lässt keine abschliessend zutreffende Begründung für den Rückgang zu. Ganz offensichtlich mussten insbesondere bei den Steuerzahlenden mit hohen Steuern, deren definitive Veranlagung in der Regel deutlich länger dauert, teils erhebliche Rückzahlungen vorgenommen werden.

Mehr Pensionierungen

Schmerikon weist gemäss Mitteilung jedoch keine «Klumpenrisiken» auf. Hingegen kann doch bei näherer Betrachtung zweifelsohne festgestellt werden, dass sich Pensionierungen mit einmalig besteuerter Auszahlung des Vorsorgekapitals zunehmend bemerkbar machen. Weitere Gründe sind Auflösungen von Geschäften, der Wegfall von hohen Bonuszahlungen vor allem im Bankenbereich infolge eines schlechten Börsenjahrs 2023, fehlende Lohnerhöhungen, weniger Kapitalleistungen im Vergleich zu anderen Gemeinden und auch der Anstieg der Hypothekarzinsen mit damit verbundenen höheren Abzügen.

Erschwert wird das Ergebnis, dass über die natürlichen Personen hinaus auch die Gewinn- und Kapitalsteuern der juristischen Personen tiefer ausfielen. Zwar sind sie mit einer Million Franken im Langzeit-Vergleich ansprechend ausgefallen, gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies gleichwohl ein Rückgang von über 500'000 Franken. Bei allen übrigen Steuer und Abgaben konnten die Vorjahres- und Budgetwerte erreicht werden.

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