Lehrer üben Kritik an Kürzung von Lektionen
Im Kanton wird auf der Primarstufe die Lektionenzahl reduziert. Der Lehrerverband sieht dadurch die Bildungsqualität gefährdet.
Im Kanton wird auf der Primarstufe die Lektionenzahl reduziert. Der Lehrerverband sieht dadurch die Bildungsqualität gefährdet.
Der St. Galler Lehrerinnen- und Lehrerverband (KLV) hat die vom Bildungsdepartement für das kommende Schuljahr angekündigte Kürzung der Lektionenzahl kritisiert. Der Entscheid folge rein finanzpolitischen statt pädagogischen Überlegungen, heisst es im Communiqué.
Für den KLV ist die Anpassung «eine Hauruck-Übung». Dem Entscheid sei keine ordentliche Vernehmlassung bei den Akteurinnen und Akteuren der Bildungspolitik vorangegangen.
Bereits heute bewegten sich die Lektionenzahlen der Primarschule im Bereich von Natur, Mensch und Gesellschaft und Französisch unterhalb der Vorgaben des Deutschschweizer Lehrplans 21, schreibt der kantonale Lehrerinnen- und Lehrerverband in seiner Mitteilung vom Mittwochabend.
Mit den beschlossenen weiteren Kürzungen werde die Situation verschärft. In der Oberstufe werde eine Lektion bei den individuellen Schwerpunkten gestrichen. Dies könne zu Lasten des musisch-gestalterischen Fachbereichs gehen.
Insgesamt vier Lektionen weniger
Konkret wird die Lektionentafel auf der Primarstufe folgendermassen angepasst: Keine Anpassungen gibt es für den Kindergarten sowie für die erste und zweite Primarklasse. In der dritten Klasse wird eine Lektion Englisch gestrichen. Neu sind es noch zwei Lektionen. In der vierten Klasse fällt ebenfalls eine Lektion des Fachs Natur, Mensch, Gesellschaft weg (neu vier Lektionen).
In der fünften Klasse gibt es pro Woche statt drei noch zwei Lektionen Französisch. In der sechsten Klasse wird der Musikunterricht von zwei auf eine Lektion reduziert. Diese Änderungen werden auf das kommende Schuljahr 2025/26 umgesetzt.
Anpassung des Lehrplans
Eine Kürzung in der Stundentafel erfordere «eine Abspeckung der Lehrplaninhalte», so der KLV weiter. Mit weniger Unterrichtsstunden in den betroffenen Fächern könnten nicht mehr dieselben Kompetenzen erreicht werden.
In einem gemeinsamen Communiqué hatten am Mittwoch auch der Verband St. Galler Gemeindepräsidien sowie der Verband St. Galler Volksschulträger Stellung genommen und die Reduktion der Lektionentafel begrüsst. Bildungsrat und Regierung seien dabei weitgehend einem Vorschlag gefolgt, den die beiden Verbände eingebracht hätten. (sda/red)
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.