×

Stromkonzerne begraben Pläne für Solarprojekt am Walensee

Das Baugesuch war schon eingegeben, Subventionen winkten. Doch wie die verantwortlichen Stromkonzerne nun mitteilen, versenken sie das Projekt «Felsenstrom» am Walensee. Sie haben ihre Gründe dafür.

Südostschweiz
19.11.25 - 10:22 Uhr
Linthgebiet
Kein Sonnenstrom beim ehemaligen Steinbruch: Nach verschiedenen Verzögerungen wird das Projekt beerdigt.
Kein Sonnenstrom beim ehemaligen Steinbruch: Nach verschiedenen Verzögerungen wird das Projekt beerdigt.
Visualisierung: zVg

Die EKZ (Elektrizitätswerke des Kantons Zürich) und die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) verfolgen das Solarprojekt «Felsenstrom» am Walensee nicht weiter, wie sie in einer Mitteilung schreiben. Seit Herbst 2023 planten sie die Solaranlage «Felsenstrom» im ehemaligen Steinbruch Schnür am Walensee, auf dem Gebiet der Gemeinde Amden.

Der Gemeinderat Amden stimmte dem Projekt im April 2024 zu. Das Baugesuch wurde im Mai 2024 eingereicht und lag im Herbst 2024 öffentlich auf. Gegen das Baugesuch gingen Einsprachen von verschiedenen Umweltorganisationen und Privaten ein. Eine rechtskräftige Baubewilligung steht ein Jahr nach der öffentlichen Auflage noch immer aus.

Projektanpassungen wären nötig

«Die Erarbeitung und Koordination der Projektunterlagen für das Bundesleitverfahren und für das kantonale Baubewilligungsverfahren waren äusserst anspruchsvoll», schreiben SAK und EKZ. Die öffentliche Auflage und anschliessende Prozessschritte führten zu Anpassungen am Projekt, sodass eine neuerliche öffentliche Auflage nötig wäre.

Zu diesen verfahrensbedingten Verzögerungen kommen technische Herausforderungen an diesem speziellen Standort. So müssten freihängende Panels an einer Steilwand montiert werden. Das ist aufwändig und zeitintensiv.

Zu grosses Risiko

Vor diesem Hintergrund überwiegt für die Elektrizitätsunternehmen das Risiko, das Innovationsprojekt nicht in den Fristen und dem Förderrahmen des Solarexpress realisieren zu können. Um die Solarexpress-Förderung zu erhalten, müsste das Kraftwerk «Felsenstrom» bis spätestens Ende 2030 fertiggestellt sein. Bei einer Bauzeit von rund drei Jahren erachten EKZ und SAK dieses Unterfangen als nicht mehr wahrscheinlich.

EKZ und SAK bedauern diesen Schritt. Wie in anderen Projekten auch, legten die Projektpartner grossen Wert darauf, betroffene Gemeinden und deren Bevölkerung, zuständige Behörden, Interessengruppen und Umweltverbände von Anfang an eng zu involvieren und deren Anliegen zu berücksichtigen.

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Linthgebiet MEHR