Unfallzahlen steigen – Veloinfrastruktur hinkt hinterher
Die kürzlich veröffentlichten Zahlen der Verkehrsunfallstatistik 2025 der Kantonspolizei Graubünden geben mir Anlass zur Sorge: Die Zahl der Velo-Unfälle ist von 66 auf 86 gestiegen, bei den E-Bikes wurden 43 Kollisionen registriert. Besonders alarmierend ist die Verdoppelung der schwerverletzten Velofahrenden von 8 auf 16 Personen. Auch 8 E-Bike-Fahrende wurden schwer verletzt, zwei von ihnen gar tödlich! Die Entwicklung zeigt klar: Die Sicherheit auf unseren Strassen ist für den Veloverkehr noch lange nicht ausreichend gewährleistet.
Gerade Kinder sind auf eine Infrastruktur angewiesen, die Fehler verzeiht. Wer sich heute mit dem Velo im Alltag bewegt, sieht sich vielerorts mit zu schmalen Velostreifen, fehlenden Verbindungen und gefährlichen Verkehrsknoten konfrontiert. Kreisel, vielbefahrene Strassen und unübersichtliche Einmündungen werden schnell zur Gefahrenquelle.
Velofahrkurse, wie wir sie bei Pro Velo organisieren, leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit. Doch sie können strukturelle Defizite nicht ausgleichen. Es braucht in jeder Gemeinde endlich durchgängige, breite und baulich getrennte Velowege. Eine sichere und komfortable Infrastruktur ist die Voraussetzung dafür, dass mehr Menschen aufs Velo umsteigen – und damit auch für eine erfolgreiche Verkehrswende. Und das will die Bünder Regierung: Die Gleichwertigkeit des Velos im Strassenraum.
Es ist simpel: Nur wer sich sicher fühlt, steigt um.
Cédric Kleeb, Projektleiter Velokurse
Pro Velo Graubünden
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