Abbau trotz guten Zahlen?
Die Jahresrechnung 2025 der Stadt Chur wartet ohne grosse Überraschungen auf. Wie immer in den letzten Jahren schliesst sie deutlich über dem Budget ab. Nicht ein einziges Mal haben wir in Chur in den letzten 10 Jahren ein Defizit geschrieben. Das alleine ist schon Grund genug, finanzpolitische Ruhe zu bewahren. Klar, einen zu tiefen Selbstfinanzierungsgrad sollten wir uns auf Dauer nicht erlauben. Der Stadtrat peilt in seiner Auslegeordnung deshalb zunächst einen Wert von 70 Prozent an. Diesen hat er mit der aktuellen Rechnung praktisch erreicht – ohne dass wir uns mit einem völlig überrissenen Abbaupaket die städtische Zukunft verhageln müssen. Ich wiederhole, was ich in den Leserbriefspalten schon einmal geschrieben habe: Bei der Finanzplanung muss die Stadt die systematischen Abweichungen von Budget zu Rechnung miteinbeziehen. Sie machen im Schnitt der letzten Jahre mehr als 10 Millionen Franken pro Jahr aus. Und die Stadt muss berücksichtigen, dass sie nur ganz selten die budgetierten Nettoinvestitionen ausschöpfen kann, im Schnitt nur zu 75 Prozent. Wer realitätsnah rechnet und nicht aus dem Bauch heraus, merkt schnell wie krass übertrieben und schädlich das Abbaupaket des bürgerlichen Gemeinderats ist. Es droht uns hart zu treffen bei den städtischen Dienstleistungen, bei der Bildung, im sozialen Zusammenhalt, beim Sport, bei der Kultur – hart und unnötigerweise. Wehren wir uns. Das Gerede, Chur brauche unbedingt den Sparhammer – es stimmt einfach nicht und muss aufhören, auch in der "Südostschweiz".
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.