Brambrüeschbahn 19/26
2019 stimmte die Bevölkerung von Chur einem Investitionsbeitrag von rund 24,4 Millionen Franken für die neue Direktverbindung der Brambrüeschbahn zu. Heute, nur wenige Jahre später, liegt der Finanzbedarf bei rund 40,6 Millionen Franken. Ein Teil dieser Differenz wird mit der Teuerung erklärt. Eine genauere Betrachtung zeigt jedoch, dass die aktuelle Vorlage zusätzliche und vertieft ausgearbeitete Elemente enthält insbesondere den Landabtausch sowie die Bereitstellung des Stadthallenareals. Diese Positionen fallen finanziell erheblich ins Gewicht.
Damit stellt sich eine zentrale Frage: Waren diese Kosten bereits 2019 absehbar und wenn ja, weshalb wurden sie damals nicht transparent und vollständig ausgewiesen?
Der Landabtausch ist kein Nebenaspekt. Grundstückswerte, mögliche Differenzzahlungen sowie langfristige städtebauliche Auswirkungen sind wesentliche finanzielle Faktoren. Wenn diese Punkte erst Jahre später konkret beziffert werden, entsteht der Eindruck, dass die damalige Vorlage kein vollständiges Bild der finanziellen Konsequenzen vermittelte.
Es geht nicht grundsätzlich um die Investition in unseren Hausberg, sondern um die Glaubwürdigkeit der Planung und den verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern. Wenn ein Projekt innert weniger Jahre um rund zwei Drittel teurer wird, müssen die Hintergründe offen dargelegt werden:Welche Kosten waren 2019 bekannt oder zumindest absehbar? Welche Annahmen haben sich als unzutreffend erwiesen? Wurden Risiken realistisch eingeschätzt? Und welche Verantwortung trägt die zuständige Verwaltung (IMBW) für die damalige Einschätzung?
Bei einer Kostenabweichung von über 16 Millionen Franken kann nicht mehr von normaler Teuerung gesprochen werden. Vielmehr drängt sich der Eindruck auf, dass zentrale Elemente der Finanzierung 2019 nicht vollständig berücksichtigt wurden. Besonders der Landabtausch ist ein substanzieller finanzieller Faktor. Wurde er damals ungenügend geprüft oder nicht konsequent in die Gesamtkalkulation einbezogen, wäre dies kein Detail, sondern ein grundlegender Mangel in der Projektaufbereitung mit direkten Auswirkungen auf die Entscheidungsgrundlage der Stimmberechtigten.
Die Konsequenzen tragen letztlich die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Gerade deshalb braucht es eine transparente Aufarbeitung und eine klare Erklärung, weshalb ein so wesentlicher Kostenfaktor offenbar nicht von Anfang an vollständig berücksichtigt wurde.
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