Brambrüesch erschliessen
Kürzlich haben wir die Abstimmungsunterlagen für den 8. März erhalten. In der Stadt Chur steht die Zustimmung über ein CHF 40.6 Mio. Kredit für eine neue Brambrüeschbahn an. Dem Stadtrat/Gemeinderat ist ein Kränzchen zu winden, da die Informationen umfassend und transparent sind. Ein ganz wichtiger Satz lässt bereits in der Einleitung aufhorchen, in dem klar steht, dass der Brambrüeschkredit den künftigen Investitionsspielraum für die Stadt Chur stark einschränkt. Die Stadt Chur hat in naher Zukunft weitere unumgängliche Investition in Schulhäuser, Theater, Hallenbad und Eishalle zu tätigen. Das heisst nichts anders als, dass eine Steuererhöhung ansteht. Da kommt der Vorschlag Tino Schneider zur Priorisierung von Projekten zu spät, da die Brambrüeschbahn nicht darin enthalten sein wird und die überdimensionierte Eventhalle schon gebaut ist.
Das zur Abstimmung stehende Bahnprojekt zeigt augenscheinlich, dass finanziell bei der Beurteilung nicht nur der Betriebsbeitrag, der wegfällt, zu beachten ist. Die Stadt Chur beteiligt sich mit CHF 3.2 Mio. am Aktienkapital und wird ein Grossaktionär. Das heisst, dass die Stadt Chur bei künftigen finanziellen Engpässen politisch gezwungen ist, eine wesentliche Last zu tragen. Dann muss gegenüber dem Bund für ein NRP-Darlehen eine Bürgschaft von CHF 1 Mio. geleistet werden. Weiter fliessen CHF 5.5 Mio. als Darlehen. Das heisst, dass sowohl die Bürgschaft als auch das Darlehen stark risikobehaftet sind. Seitens der BCD wäre es für den Stimmbürger interessant zu wissen, ob die Hypothek für das Restaurant und die zu beschaffenden Eigenmittel AK und PS-Kapital schon gesichert sind.
Im Zusammenhang mit dem Restaurant im Füllian wird es interessant sein, ob ein Pächter gefunden werden kann, der bereit ist, dort ein Restaurant gewinnbringend zu übernehmen. Zudem sind wir gespannt, ob und wie die BCD 30 % Mehrumsatz, auf dem die Finanzpläne basieren erreichen will, zumal das Angebot auf Brambrüesch nicht attraktiver wird.
Uns allen ist Brambrüesch ans Herz gewachsen, weil es ein schöner Ort ist. Leider fehlt in der anstehenden Abstimmung Plan B – Ersatz durch billigere 2. Sektion– weil man unbedingt die bestehende Talstation wegräumen will. Man hat es verpasst, mit einem Plan B Geld zu sparen und z.B. über eine Beschneiung auf Brambüesch mit dem eingesparten Geld nachzudenken. Wichtig für den Stimmbürger ist zu wissen, dass auf dem Stadtgebiet noch eine eine 2. Bahn in Tschiertschen finanzielle Begehrlichkeiten anmelden kann.
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