SRG-Initiative - ein eigentümlicher Deal
Im Artikel ist einleitend die Ausgangslage betreffend SRG-Initiative übersichtlich zusammengefasst. Darunter Pro- und Contra-Argumente. Meine Ausführungen beziehen sich auf die Pro-Argumente und das Argumentarium der SRG-Initiative.
Kleiner Exkurs: Lässige Slogans wie "200.- sind genug!", "Mehr Geld zum Leben!" und glückliche junge Gesichter empfangen einen auf der offiziellen Website srg-initiative.ch. Entlastung für die Jungen und das Gewerbe! Konkreter Nutzen: jährliche Einsparung von 135 Franken pro Privathaushalt und von z. B. 235 Franken pro Firma (bei 1 Million Jahresumsatz).
Mit markigen Worten wie "Existenz... kein Naturgesetz", "Fremdkörper", "Unsinn", "gewaltige 850 Millionen" setzt der Pro-Vertreter auf Empörung. Anfangs der zweiten Spalte in seinem Beitrag verlangt er, dass Angebote der SRG nur dort zulässig seien, wo Private sie nicht erbringen können. Diese Extremforderung ist nicht aus der Luft gegriffen, sie ist wesensverwandt mit Punkt 4.7 im Argumentarium der Initiative (Zitat): "Darum muss der Internetbereich... so weit als möglich privaten Anbietern überlassen werden. Die SRG muss ihre Leistungen auf ein Minimum beschränken... was namentlich das Führen einer Audio- und Videothek bedeutet.". Die Initianten wollen nicht nur die Mittel der SRG halbieren, sondern dazu auch noch allen Ernstes deren Verbreitung abwürgen.
Aus Konsumentensicht ist die SRG-Initiative ein - gelinde ausgedrückt - eigentümlicher "Deal". Als Gegenleistung zu den genannten bescheidenen Einsparungen sollen wir uns in Zukunft mit einer verstümmelten SRG zufriedengeben. Das ist die primäre Absicht der Initianten und deren Unterstützer. Mit einer derart geschädigten SRG wollen einige ihre politischen Absichten erreichen: Deutungshoheit erlangen, Meinungsmache, Zusammenhalt in der Bevölkerung schwächen (letzteres wurde mit der Initative bereits jetzt mit Bestnote erreicht). Andere erhoffen sich Zulauf zu ihren Bezahlangeboten oder anderweitigen Profit. Die SRG ist übrigens kein "staatliches Medienhaus", sondern als Verein mit gemeinschaftlichem Zweck organisiert, siehe srgssr.ch. Sie stellt ein gutes und ausgewogenes Radio- und TV-Angebot bereit - entgegen den abwertenden Argumenten vieler Befürworter. Das zu erkennen setzt einzig etwas Verständnis für die Interessenvielfalt in unserem Land voraus. Es hilft, wenn man dabei beispielsweise an Jung und Alt, Stadt und Land sowie an die kulturelle und sprachliche Vielfalt denkt.
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