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Brambrüeschbahn

Die Frage ist nicht welche Bahn

Letztens wurde ein Flyer des Nein-Komitees an die Churer Haushalte verteilt. Mit Erstaunen stellte ich fest, dass sich in Chur bekannte Personen, darunter einige Gemeinderäte mit sachlich falschen Statements zu Wort melden. Das ist äusserst bedauerlich.
Falls die Churer eine Brambrüeschbahn wollen – was sie 2019 kundtaten und auch interessanterweise das Nein-Komitee befürwortet – ist es äusserst wichtig, dass diese convenient, betrieblich günstig und ein Versprechen für die Zukunft ist. Damit kann in Chur auf dem Brambrüeschareal, auf dem Fülian und auf Brambrüesch etwas Tolles entstehen, denn die Erreichbarkeit wird kurz, bequem und phantastisch sein.

Die vom Nein-Komitee geforderte Variante basiert auf der heutigen ins mittlere Alter gekommenen kapazitätsschwachen Pendelbahn in der unteren Sektion und einer anschliessenden neuen Umlaufbahn für die obere Sektion. Ein solches Konzept taugt betrieblich nicht und ist bezogen auf die oben erwähnten Punkte ein völliger Unsinn. Es entstünde ein unglaublich schlechtes, an Schildbürgertum erinnerndes, Flickwerk. Das wollen wir nicht. Entweder entsteht eine gute Verbindung nach Brambrüesch oder wir bauen besser überhaupt keine Bahn, denn das Flickwerk wird uns dereinst sehr viel teurer zu stehen kommen und hat keine Chance auf einen touristisch und wirtschaftlich erfolgreichen Betrieb. Wenn schon, hätte das Nein-Komitee ehrlich sein müssen und den Abbruch der Brambrüeschbahn fordern sollen, statt mit einer finanziellen Kurzsichtigkeit Sand in die Augen der Wähler zu streuen.

Michael Schumacher, Architekt und Projektentwickler

Michael Schumacher
11.02.26 - 10:21 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
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Wie kann man sagen dass die untere Sektion veraltet ist !?
Wenn dem so sein sollte wäre die Investitionen der Bahn vor gut 20 Jahren ein Desaster.. umso mehr sind die Verantwortlichen des Projekts zu hinterfragen.

Dass Michael Schumacher, der mit "Projekten" in unserer Region mächtig verdient/e, uns die rund 40 Millionen entlocken will via angeblicher "Alternativlosigkeit", wen wunderts?
Nachdem der Gemeinderat samt insbesondere CVP-Tino Schneider zum Rappenspalter gegen "Bezahlbares Wohnen" punkto Wohnungsnot agiert und der Stadtpräsident, der selbst nobel logiert, die Luxusbahn als "Eiffelturm" bezeichnet, statt die zu fokussieren, die quasi "auf der Strasse stehen" (unter den Brücken des "Eifffelturms") bzw. tendenziell unzumutbar wohnen müssen, was erst recht nicht meinem Gesundheitswohnen-Standard entspricht, fordere ich einen Punkt und ein Aufrufezeichen gegen die Profiteure von Oben, die das Ganze als Immo- und Tourismusmelkmaschine zu sehen scheinen.
Symptomatisch finde ich das Riesenplakat an der Talstation Brambrüeschbahn: "Für Boarder und Biker". Klar, was sind schon Wanderer anderes als lediglich "Wild", das es von den notabene WANDERwegen zu verscheuchen gilt.
Dieser Verächtlichkeit gegenüber Schwächeren bin ich mehr als überdrüssig, und sage vollfett NEIN zu diesen HERRschaften.
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2026-02-08/brambrueesch-ist-u…
Ich behaupte, Seilbahn ginge sehr wohl kostengünstiger und REDUCED TO THE MAX.
Aber auch erst, wenn überhaupt, NACHDEM die Wohnungsnot (Essential, Must-have) in Chur gelöst ist.
Wolfgang Reuss 10.02.2026 - 04:12 Uhr
Günther Raffl, ich finde, Sie polarisieren egozentrisch. Der Sukkurs von "Patrick Bergbahnen Chur Dreibündenstein" akzentuiert die Eigen-PR noch.
Dass eine qualitativ funktionelle Seilbahn rund 40 Millionen CHF kosten soll inklusive einem Allerlei an Rattenschwanz daran, finde ich falsch, wenn ich technologisch und preislich nach China blicke, und vor allem angesichts der Wohnungsnot, insbesondere Gesundheitswohnungsnot – für die ich seit jeher Unterstützung anfordere, leider vergeblich – finde ich: Jeder Franken müsste ins ESSENTIAL MUSTHAVE Wohnen investiert werden, statt ins tertiäre Nicetohave Brambrüesch-Gastronomie, das man auch anders aufziehen könnte, und wo man die Wanderwege vor den Bikern schützen sollte. Haben Sie den "Mut" (statt uns zum "Mut" zum Geldausgeben aufzufordern), die Hausaufgaben zu machen, statt bloss solche Leserbriefe.
https://www.suedostschweiz.ch/graubuenden/wohnungsnot-in-graubuenden-we…
In der SO werden schon Immo-Hilferufe statt per Inserat per Zeitungsartikel für eine Einzelperson veröffentlicht, und Sie wollen 40 Millionen für ein Spassbähnli, wo man auch zu Fuss gehen könnte.
Und: Werbeslogans wie von Michael Schumacher "Erreichbarkeit wird kurz, bequem und phantastisch sein" finde ich eh irreführend, denn die höhere Geschwindigkeit ab Talstation wäre UNGESUND, da bereits bei der bisherigen (langsameren) Seilbahn der Luftdruckunterschied in Gehör und Herz/Kreislauf spürbar sein kann.

Zwei Fragen
Welches sind die sachlich falschen Statements dieser Gemeinderäte?
Hatte die Chefetage der Bahn in den vergangenen fünf Jahren die 2 Millionen Franken Reservekapital, die als Fonds-perdu-Zahlung vereinbart wurden, beschafft? Wenn nicht, verstehe ich nicht, warum wir überhaupt abstimmen.

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