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Die SRG produziert an der nächsten Generation vorbei - Lesebrief zur SRG-Halbierungsinitiative

Die Debatte um die SRG-Gebühren ignoriert oft die Realität der Jungen. Während das Durchschnittsalter der „Tagesschau“-Zuschauer bei über 60 Jahren liegt, zahlen wir alle für ein Programm von gestern. Die Initiative fordert mit dem neuen Übergangsbestimmung der Bundesverfassung (Art. 197 Ziff. 15) eine Senkung auf 200 Franken für Haushalte und die komplette Befreiung der Unternehmen. Das ist konsequent, denn ein Budget von einer Milliarde Franken (inkl. Werbung) ist mehr als genug für einen modernen Kernauftrag.
Besonders deutlich wird die Fehlplanung bei den 17 Radiokanälen: Wir finanzieren einen Alibi-Sender wie „SRF Virus“, der gerade mal 35'000 Personen erreicht. Die junge Generation streamt Musik auf Spotify und hört Podcasts – ein starres lineares Radio braucht sie nicht mehr. Auch bei Sportlizenzen wie der Formel 1 (8–14 Mio. CHF) verbrennt die SRG Millionen. Echte Fans schauen längst via Sky oder beim ORF, weil die Schweizer Kommentatoren fachlich nicht mithalten können. Warum zahlen wir für ein Angebot, das wir woanders besser finden?
Zudem sorgt eine einseitige Expertenauswahl oft für eine mediale Scheinrealität. Bei Themen wie unbewilligten Demonstrationen präsentiert das SRF bevorzugt Juristen, die polizeiliche Eingriffe als „illegal“ darstellen, während die breite Fachmeinung zur Verhältnismässigkeit der Polizei oft verschwiegen wird. Eine solche Voreingenommenheit widerspricht dem Geist eines sachgerechten Service public.
Statt auf eine Krise zu warten und dann panisch 50 % der Belegschaft entlassen zu müssen, brauchen wir jetzt die verfassungsrechtliche Neuausrichtung. 200 Franken sind genug für eine neutrale SRG, die sich gemäss dem neuen Volksauftrag auf Information und Bildung konzentriert, statt Geld in Kochshows, Satire-Nischen und überflüssige Sportrechte zu investieren.

Carlo Portmann
08.02.26 - 12:58 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
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Schweizer Radio – die Stimme der Freiheit im Krieg.

Kennen Sie die Radiosendung „Weltchronik”?
Die „Weltchronik” war eine Kommentarsendung des Schweizer Radios, die während des Zweiten Weltkriegs (1939–1945) vom Landessender Beromünster (dem Vorgänger der SRG) ausgestrahlt wurde. Damals tobte rund um die Schweiz der Krieg und unsere Nachbarländer waren von Nazi-Deutschland besetzt.
Die Radiosendung bot wöchentliche Lageberichte zur weltpolitischen und militärischen Situation im Krieg, die möglichst sachlich und neutral kommentiert wurden. Die „Weltchronik” verstand sich als Gegenstimme zur nationalsozialistischen Propaganda und sollte verlässliche, nüchterne Informationen liefern – insbesondere für das deutschsprachige Europa.
Verantwortlich für die Sendung war der Schweizer Historiker Jean Rudolf von Salis, Bürger von Chur und Soglio.
Die „Weltchronik“ lief ab Kriegsbeginn wöchentlich freitagabends für ca. 15 Minuten über Radio Beromünster und war weit über die Grenzen der Schweiz hinaus empfangbar. In vielen Teilen Europas galt die „Weltchronik” als „Stimme der Freiheit”, da sie im Gegensatz zu den gleichgeschalteten deutschen Sendern auch deutsche Erfolge und alliierte Rückschläge nicht verschwieg. Nach dem Krieg wurde von Salis mehrfach ausgezeichnet und erhielt viele Dankesbriefe aus ganz Europa.
Auch heute tobt ein Krieg, ein Informationskrieg! Rund um die Schweiz versuchen verschiedene Mächte, uns zu desinformieren und Lügen sowie Verschwörungsgeschichten zu verbreiten. Wir brauchen wie nie zuvor eine „Stimme der Freiheit“ und diese Aufgabe kann nur eine Institution schweizweit und in allen Landesprachen erfüllen: Unser nationales Radio und Fernsehen, die SRG. Lassen wir uns diese Stimme nicht nehmen und stimmen wir mit NEIN zur Anti-SRG-Initiative!