Gemeinderatsversammlung
Seit knapp vier Jahren wohne ich jetzt in Chur. Ganz vieles, was ich machen wollte, habe ich noch nicht geschafft. Ich war beispielsweise noch nie auf Brambrüesch, habe noch keinen EHC-Chur-Match gesehen und am Polenta war ich auch noch nie. Was ich alles schon gemacht habe, würde allerdings den Rahmen eines Leserbriefes sprengen und interessiert ja auch keinen.
Bis gestern war ich auch noch nie an einer Gemeinderatssitzung – zumindest nicht in Chur. Und ich war schlicht und einfach schockiert.
Um das zu erklären, muss ich noch einmal etwas ausholen: Als ich meine Verwandtschaft darüber informierte, dass ich vorhabe, mich in Chur politisch zu engagieren, war die Reaktion, dass ich das auf keinen Fall tun soll, weil ich dann angegriffen werde, auch auf persönlicher Ebene, weil es generell nicht um Sachgeschäfte gehe, sondern um persönliche Interessen etc. Meine Antwort darauf war: «Wir sind doch nicht in Zürich oder Bern! Hier in Chur sind wir anständiger, wir können überparteilich zusammenarbeiten für die Sache, für die Stadt und für unsere Bevölkerung.»
Nun ja, wir sind tatsächlich nicht in Zürich oder Bern, es ist nämlich noch schlimmer hier in Chur. Hier werden Rechte mit Füssen getreten: Ein verfassungswidriger Ordnungsantrag wird angenommen, nachdem er ohne Konsultation des Rechtskonsulenten zur Abstimmung zugelassen worden ist.
Was mich aber tatsächlich schockiert hat, ist nicht diese Abstimmung und das «Trötzelen» der Mitte wegen der Abwahl von Maissen, was halt scheinbar keine Sachpolitik mehr möglich macht in dieser Legislaturperiode, es war der Ton, in dem kommuniziert wurde. Der war «unter aller Sau»!
So kann man doch keine Politik machen! So kann man nicht reden miteinander!
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