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ÖV Tickets Bargeldlos

Die Diskussionen bezüglich der ÖV-Tickets werden immer intensiver. Ich verstehe das nicht. Seit ich im Unruhezustand bin reisen meine Partnerin und ich viel häufiger im Inland und Ausland herum. Nebst dem Auto für Kurzstrecken ist der ÖV das Verkehrsmittel für die weiten Stecken im In- und Ausland.
Das ist kein Problem selbst ohne Bargeld. Es ist sogar viel einfacher. Das bargeldlose Zahlen ist keine Erfindung der Bündner Verkehrsbetriebe!
Wir lösen alle Tickets in Ruhe zu Hause online am PC oder wenn nötig unterwegs mit dem Handy. Meine Einstellung dazu: Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. So löst sich das Problem von Alleine.

Felix Danuser
30.01.26 - 08:51 Uhr
Leserbrief
Ort:
Pratval
Zum Artikel:
Heutiger Bericht in der SO
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Früher war doch alles besser, oder? Wenn ich früher von Bonaduz nach Moutier im Jura reisen wollte, musste ich mich erst einmal durch den SBB-Fahrplan kämpfen. Auf Seite 501.10 musste ich zu Seite 245.20, von da aus hatte ich die Wahl zwischen Seite 789.35 und Seite 369.70.
Leider war ich mit Seite 789.35 am Ende, also musste ich schauen, ob es auf Seite 369.70 weiterging. Nach zwei Stunden und siebenmal Umsteigen hatte ich meinen persönlichen Fahrplan zusammengestellt. Zum Glück hatte ich alle Verbindungen auf einem Zettel notiert. Mit diesem Zettel ging es per Fahrrad im strömenden Regen zum Bahnhof. Aber der war zu dieser Zeit schon geschlossen. Somit musste ich die Reise am nächsten Tag erneut antreten, um vom freundlichen Bahnhofvorstand ein Billet zu kaufen.
Heutzutage, wo ich mir in fünf Minuten per Handy den Fahrplan und das Ticket besorgen kann, vermisse ich die gute alte Zeit.
Die allerwenigsten meiner Mitmenschen sind nicht in der Lage, eine Kreditkarte oder ein Handy zu bedienen. Für die gibt es noch Prepaidkarten. Technikverweigerung oder Misstrauen gegenüber dem Staat sollten nicht als Ausrede gelten.
PS: Das Handy wurde ca. 50 Jahre nach meiner Geburt erfunden. ...

Gemäss dem Zoggschen Weltbild haben sich alle Menschen dem Mainstream unterzuordnen. Andersdenkende verdienen da keine Gnade. Misstrauen gegenüber dem Staat ist aber berechtigt, denn in China werden die Menschen via Computer, Handys und Kreditkarten totalüberwacht. Der Staat weiss dort sogar, wer wieviel Alkohol kauft oder welchen Zug er benutzt. Im Übrigen lebe ich nicht hinter dem Mond, möchte aber selbst bestimmen, was ich tue. Ich erarbeite meine Fahrpläne mit dem Computer und ich zahlte in diesem Januar in den Niederlanden meine Bus- und Bahnreisen mit einer Kreditkarte. Allerdings muss man dort im fahrenden Objekt keine Daten eingeben wie bei uns, sondern hält beim Ein- und Aussteigen eine Prepaidkarte oder eine Kreditkarte ans Lesegerät. Egal welche Bus- oder Bahnunternehmung oder welcher Verkehrsverbund: Der Vorgang dauert wenige Sekunden.

Herr Hofer, Ihnen scheint die Anonymität beim Reisen das wichtigste Kriterium zu sein. Warum wohl? Mir sind Sicherheit und Pünktlichkeit wichtiger. Aber ich kann Sie beruhigen. Auch in den Bündner Postautos können Sie anonym reisen. Im ÖV gibt es auch eine Lösung dafür.
Lesen Sie nur weiter. Quelle: www.postauto.ch
Die Situation in Graubünden.
Auf Anfang 2026 hat PostAuto den Ticketverkauf durch das Fahrpersonal im Kanton Graubünden beendet. PostAuto setzte damit eine Vorgabe des Kantons Graubünden um, die für alle Bündner Transportunternehmen (TU) gilt. Der Kanton hatte einheitliche Standards im öV gefordert und wollte damit die betriebliche Effizienz erhöhen, um beispielsweise den Fahrplan besser einhalten zu können. Deshalb haben alle TU in Graubünden das Venda-System mit Mini-Automaten eingeführt. Wer auf Bargeld setzt, kann an ausgewählten Orten Wertkarten kaufen und sie mit Bargeld aufladen, um damit am Venda-Automaten Tickets anonym zu kaufen. Seit der Umstellung bei PostAuto gilt im gesamten öV des Kantons Graubünden der gleiche Standard, denn Chur Bus, Engadin Bus und der Verkehrsbetrieb Davos verzichten bereits seit 2023 auf den Ticketverkauf durch das Fahrpersonal.
Herr Hofer, Sie sehen: anonym geht es auch.

Lieber Martin Hofer
Sie sind aus dem richtigen Holz geschnitzt. Kleine Anmerkung von mir betreffend Totalüberwachung: Bitte nicht China mit USA verwechseln.
Betreffend Danuser/Zogg: Deren ostentative "Fortschrittlichkeit", solche Leute sind in der Regel die am wenigsten Weitsichtigen. Die begreifen beispielsweise nicht, wozu Privatsphäre, Nicht-Ortbarkeit-in-Echtzeit, Bargeld-Freiheit und Datenschutz (früher nannte man es seit jeher ehrenwert "Post- und Telekommunikationsgeheimnis", aus heutiger Sicht leider zum totlachen, buchstäblich) bisher und vor allem in Zukunft essentiell sein soll.
AUFKLÄRUNG von einem Insider:
https://www.infosperber.ch/gesellschaft/technik/mit-intelliphones-droht…

Nein, Herr Reuss. Es ist China. Das Land überwacht seine Bürger am intensivsten und ist darin Weltmeister.
Die Kommunistische Partei nutzt Überwachung, um Dissens zu unterdrücken und ihre Macht zu festigen – insbesondere nach Ereignissen wie dem Tiananmen-Massaker 1989.
Systeme wie „SkyNet” und Gesichtserkennung tracken Bewegungen und prognostizieren Proteste.

Ich bevorzuge genau das Mittelding zwischen chaotischem Kursbuch und geschlossenem Bahnschalter einerseits und andererseits Datenkraken, bei denen immer dann Server und Akku aussteigen, wenn eine Billettkontrolle vorbei kommt. Bei mir läuft das so: zuhause patschifig die Verbindung aus dem PC kitzeln und in der Hirnagenda ablegen. Dann mit dem Velo früh genug nach Chur auf den Bahnhof und dort ebenso patschifig mit Bargeld (Kreditkarte habe und will ich nicht) ein Billett aus dem Automaten kitzeln. (Teil)anonymität will ich nicht wegen dem pöööhsen eigenen "Staat", sondern wegen den globalen Datensaugern. Geheimdienste von Xi, Putin und Trump inbegriffen.

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