200 Franken sind genug – Fokus auf das Wesentliche
Wenn Martin Candinas vor dem Ende des nationalen Zusammenhalts warnt, greift er tief in die rhetorische Trickkiste. Doch Hand aufs Herz: Hängt unsere Identität wirklich an teuren Unterhaltungsshows oder eingekauften US-Serien auf SRF?
Die Initiative "200 Franken sind genug" will die SRG nicht abschaffen, sondern sie auf ihren Kernauftrag zurückführen. In Zeiten, in denen Haushalte unter steigenden Mieten und Krankenkassenprämien leiden, sind 335 Franken für ein Medienpaket, das viele (besonders Junge) kaum noch konsumieren, schlicht nicht mehr zeitgemäss. Besonders stossend ist die Doppelbelastung für unsere KMU, die Gebühren zahlen müssen, ohne dass ein Betrieb einen Fernseher braucht.
Ein Budget von rund 800 Millionen Franken reicht völlig aus, um qualitativ hochwertige Information, den Schutz von Minderheitensprachen und den regionalen Service public zu garantieren. Es ist Zeit für eine SRG, die sich auf das konzentriert, was private Medien nicht leisten können – anstatt mit Gebührengeldern den Markt zu dominieren. Ein Ja zur Initiative ist kein Nein zum Service Public, sondern ein Ja zu mehr Eigenverantwortung und finanzieller Entlastung für uns alle.
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Die SRG soll sich auf …
Die SRG soll sich auf "qualitativ hochwertige Information, den Schutz von Minderheitensprachen und den regionalen Service public" beschränken. Die SRG soll "sich auf das konzentriert, was private Medien nicht leisten können". Als Konsument irritiert mich diese Begründung. Wo sollte ich in Zukunft Unterhaltung, Kultur, Sport etc. beziehen? Meinen Sie, private Medien würden das in besserer Qualität / Auswahl anbieten? Meinen Sie, diese privaten Angebote wären gratis?
Wer durch dauernde Mietzins-…
Wer durch dauernde Mietzins- und Prämienaufschläge (beschlossen durch deren Kassierer) bedrängt wird, hat von lächerlichen Fr. 135.-/Jahr weniger Serafe-Gebühren überhaupt nichts. Oder wer käme auf die Idee, eine überlaufende Badewanne bei voll aufgedrehtem Hahn mit einem Fingerhut leerzuschöpfen? Für wie blöd die Initianten uns Stimmberechtigten? Übrigens kommt dieses "Entlastungs"argument von genau denselben, die im Parlament Miet- und Prämienabzocke per Gesetz schützen wollen (die beiden kürzlich zu Recht bachabgeschickten Vorlagen zur Stärkung der Mietwucherer). Den Initianten geht es ausschliesslich um die Schwächung faktenbasierter Medien, die ihre Meinungspresse konkurrieren.
Es ist immer dasselbe Spiel:…
Es ist immer dasselbe Spiel: Jede totalitäre und populistische Partei verfolgt dasselbe Ziel, um an uneingeschränkte Macht zu gelangen: die Zerschlagung der freien Meinungsäusserung. Es ist nicht der erste und auch nicht der letzte Versuch der SVP, die staatliche Institution SRG zu beseitigen.
Ich bin auch kein Fan von allen SRF-Sendungen, aber die Informationssendungen im Radio und im Fernsehen sind unschlagbar. Ohne sie wäre die Schweiz ärmer.
Wahlempfehlung Nr. 1: Nein zum Abbau der Demokratie!
Andererseits besitzt Blocher mindestens 24 Gratiszeitungen. Mit diesen können rechte Unternehmer wie Blocher jeden dritten Schweizer erreichen. CORRECTIV in der Schweiz hat die Zeitungen analysiert. Das Ergebnis: viel PR und Meinungsmache, getarnt als Journalismus.
Insgesamt sind es eine halbe Million Schweizerinnen und Schweizer, die jede Woche ein Blocher-Blatt gratis in den Briefkasten gelegt bekommen – unter dem Deckmantel eines journalistischen Produkts. Und Recherchen von CORRECTIV Schweiz zeigen: Blocher ist nicht der einzige Unternehmer mit Verbindungen zur SVP, der sich ein Medienimperium aufgebaut hat. Gemeinsam erreichen sie Auflagen von über 2,8 Millionen Stück.
Wahlempfehlung 2: Nein zum Abbau der Meinungsvielfalt!
200 Fr. reichen für eine…
200 Fr. reichen für eine einsprachige Schweiz. Der Service public für unsere viersprachige Schweiz kostet einfach mehr. Unsere viersprachige Schweiz sollte uns dies wert sein. Deshalb NEIN zur Halbierungsinitiative.