Klimafondsinitiative: Milliarden ohne Wirkung
Die Initiative verspricht Klimaschutz und Sicherheit – liefert aber an den Engpässen vorbei. Gemäss Verband der Elektrizitätsunternehmen (VSE) werden die Versorgungsziele 2050 klar verfehlt: Nicht Geld fehlt, sondern Projekte, schnelle Bewilligungen und die physikalischen Grenzen sind erreicht.
Kern des Problems: Es geht nicht nur um den Ausstieg aus Öl und Gas, sondern auch um den Ausstieg aus der Kernenergie. Wer allein vor allem auf Wind und Sonne setzt, verabschiedet sich von verlässlicher Grundlast. Ergebnis: wachsende Sommerüberschüsse und strukturelle Winterlücke. Fällt ein Grosskraftwerk aus, schnellen die Importe hoch.
Der Klimafonds fördert pauschal «mehr Erneuerbare», adressiert aber die saisonale Versorgung, Speicher und Netze nicht präzise genug. Zudem setzt das Subventionsdesign falsche Signale: Neben Referenz-Marktpreisen gibt es für gewisse Anlagen Mindestvergütungen – sie wirken selbst bei negativen Preisen. Das produziert mehr Sommerstrom, aber keinen Winterstrom und keine gesicherte Leistung.
Flaschenhälse sind: Verfahren, Netzausbau, Speicher – und gesicherte Leistung, die rund um die Uhr verfügbar ist. Dort braucht es Tempo, klare Preissignale und technologieoffene Lösungen, statt immer neue Fördertöpfe, die weder Planungsarbeit und Akzeptanz noch ein Stromabkommen mit der EU auf Augenhöhe ersetzen.
Hinzu kommen erhebliche Fiskalrisiken: 0,5–1 % des BIP pro Jahr bis 2050 – kumuliert dreistellige Milliardenbeträge – bei gleichzeitiger Ausnahme von der Schuldenbremse. Das entfernt sich vom Verursacherprinzip, schafft Umverteilungsstreit – und keine zusätzlichen Winterkilowattstunden.
Und global? Der Hebel der Schweiz ist klein; hohe Ausgaben entfalten kaum messbaren Klimaeffekt – erst recht nicht, wenn sie an der Systemlogik vorbeifliessen.
Kurzum: Den Ausstieg aus Öl, Gas und Atom nur mit Wind und Sonne für «Netto Null 2050» zu ersetzen ist weder realistisch, schnell genug noch bezahlbar. Gefordert sind sämtliche wirksamen Technologien sowie Markt- und Anreizreformen, die Winterstrom und Speicher belohnen. Netto-Null funktioniert nicht gegen, sondern nur mit Physik und Systemlogik.
Fazit: Der Klimafonds bindet viel Geld und produziert Nebenwirkungen: hohe Kosten, mehr Fehlanreize und eine unveränderte Bandenergie- und Winterlücke. Was fehlt: Förderung von Speichern, Netzen und gesicherter Leistung – inklusive Optionen jenseits reiner Wetterstromträger. Netto-Null gelingt nur mit Zahlen, Preisen und Physik. Ideologie ersetzt Physik nicht
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Von "nur Wind und Sonne" ist…
Von "nur Wind und Sonne" ist nicht die Rede. Wasser gehört selbstverständlich auch dazu. Als Speicher, und zwar nicht nur saisonal. Wasserreserven für Schneeerzeugung können auch mit Wind und PV gepumpt werden und bei Bedarf auch in Kleinkraftwerke mit sehr grosser Fallhöhe turbiniert werden (z.B. Oberwasser bei der Calandahütte , Unterwasser in der seit Jahrzehnten ungenutzten Ölkaverne). Ob das AKW-Neubauverbot aufgehoben wird, ist Hans was Heiri. Privatinverstoren rümpfen wegen der Unwirtschaftlichkeit neuer AKW die Nase. Ausser es geht ganz nach dem neoliberalen Motto "Gewinne privat, die Kosten dem Staat" wie bei Hinkley Point C mit einem staatlich garantierten und subventionierten Mindestpreis pro kWh (war mal 13,5 ct bei einem Marktpreis von 4-6 ct)...
Stromproduktion mit…
Stromproduktion mit Nebenwirkungen und Wasser der Wasserkraft "verdunstend" und Atom-Lobbyisten wittern Chancen?
Warum über tausend Dinge reden (und ablenken), bloss nicht übers Sparen?
Warum nicht auf den Vergnügungs- alias Langeweilemotorverkehr verzichten und so jedes Jahr Milliarden Liter Benzin/Diesel sparen (und Strom der E-Autos)?
https://www.infosperber.ch/umwelt/wasser-gewaesser/empa-immer-mehr-pfas…