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Glarus-Süd / Niderenstrasse

Das neue Strassenstück „Chatzenritt“ der Niderenstrasse wurde an der Gemeindeversammlung Glarus-Süd leider ohne Diskussion genehmigt. Es hätte einige wichtige Punkte gegeben, um dieses Projekt abzulehnen. Wer das Memorial dazu gelesen hat, erfuhr vor allem von Problemen und Restrisiken beim bevorstehenden Bau: die Steilheit nicht geringer als die der Wagenrunse (eher leicht steiler), das Gelände ebenfalls wasserführend, die wenigen Felsen zerklüftet, sonst Lockergestein. Die Beschreibung „anspruchsvoll aber machbar“ bedeutet mit Sicherheit ein teureres Bauwerk als die angeführten max. 9,9 Millionen Franken. Begründet wurde der Bau des Strassenstücks vor allem mit dem notwendigen Zugang in's Niderental für Bauern, Forstdienste und die SN Energie AG. Für diese Leute ist die heutige Strasse via Haslen und Tannenberg in's Chis zwar teilweise ein Umweg, aber doch vertretbar. Zudem ist diese Strassenführung via Haslen in's Chis für Touristen mit dem öffentlichen Verkehr (im Vergleich zur genehmigten Strasse) fortschrittlich. Die Privatautos der Touristen sollten sowieso zwingend unten im Grosstal parkiert werden müssen. Mit der Korporation „Haslen-Auen-Täli“ hätte sicher eine Einigung für die längerfristige Benutzung dieser Strasse erreicht werden können. Hauptsächlichst jedoch will die Gemeindeführung der Luftseilbahn und dem Berggasthaus Mettmen noch mehr Touristen zuführen, deshalb wurde dieses neue Strassenstück „Chatzenritt“ richtiggehend erzwängt. Zudem wurde im Memorial mit keinem Wort erwähnt dass das Gebiet zwischen Linth, Sernf und Durnagel das Widschutzgebiet „Freiberg Kärpf“ bildet, und deshalb der Schutz der Wildtiere wichtig ist. In Zeiten des Massentourismus mit PW's Touristen-Horden aus dem Unterland zum Herzstück des Wildschutzgebietes zu führen, das sollte verboten sein. Von Mettmen schwärmen diese Wanderer, Tourenskifahrer und Schneeschuhläufer dann in alle Richtungen aus, ohne sich um Routen zu kümmern. Dadurch haben die Wildtiere keine Ruhe mehr, und sind ganzjährig gestresst (die Niderenstrasse soll ganzjährig befahrbar sein). Dies alles nur, damit die Kassen von Luftseilbahn und dem Berggasthaus mehr gefüllt werden. Die Gemeinde erhält etwas Steuern. Abhängigkeit vom Tourismus ist jedoch eine schlechte Entwicklung für das Glarnerland. Es ist für mich unverständlich, dass nicht eine einzige Naturschutzorganisation oder die Grüne Partei diesen Unsinn des Strassenbaus im „Chatzenritt“ durch einen Rückweisungsantrag zu stoppen versuchte.

Hans Luchsinger
17.12.25 - 10:42 Uhr
Leserbrief
Ort:
Frutigen (BE)
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