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Gut ist Schluss mit dem goldenen Fallschirm

Bravo SVP. Erfolgreich eine Neiddebatte angestossen und gewonnen. Klapp, Klapp, Klapp.
Nun könnte die Partei die nach der genialen Volksinitiative frei gewordenen Ressourcen nutzen und echte Probleme angehen. Zum Beispiel die Krankenkasse, dort kann man Tatkraft und gute Ideen brauchen. Ist natürlich schwieriger als immer gegen etwas zu sein, aber versuchts mal.

Christian Boner
30.11.25 - 15:28 Uhr
Leserbrief
Ort:
Seewis
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Wenn man keine treffenden Argumente hat, versucht man die Glaubwürdigkeit des Gegners zu unterminieren und greift nach Totschlagargumenten. Das ist einfach nur schwach und wie heißt es doch: Neid ist das böse Wort des Reichen für das Wort Fairness des Armen.
Aber die SVP hätte diese Initiative nie lanciert, hätten sie einer der ihren im Regierungsrat gehabt. Das war auch bei der Initiative zur Deckelung des Lohns des Churer Stadtrats in 2016 der Fall. Ich habe der SVP ihre «Volksnähre» nie abgenommen. Das ist alles reine Augenwischerei.

Wenn schon ein Fenster geöffnet wurde, um sinnvolle Tätigkeiten einer grossen Partei zu wünschen, hätte ich ein Anliegen. die Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus! Wie bekannt, gibt es in Graubünden eine Wohnungsnot. Junge Familien, finanziell nicht so betuchte Personen und das Personal vieler Betriebe haben Mühe, eine geeignete und finanziell tragbare Wohnlösung zu finden. Ein Ansatz zur Lösungsfindung könnte der gemeinnützige Wohnungsbau sein. sein.
Wohnen ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Um allen eine Wohnung zu tragbaren Bedingungen zu sichern, reichen die Marktkräfte allerdings nicht aus. Zur Ergänzung sind gemeinnützige Wohnbauträger wie Wohnbaugenossenschaften, Stiftungen, gemeinnützige Vereine und Aktiengesellschaften notwendig. Die gemeinnützigen Bauträger entziehen Land und Liegenschaften der Spekulation und vermieten ihre Wohnungen in der Regel nach dem Prinzip der Kostenmiete. Ihre Wohnungen sind deshalb rund 20 Prozent günstiger als andere Mietwohnungen.
Leider ist der Marktanteil von Wohnbaugenossenschaften in Graubünden verschwindend klein. Es braucht deutlich mehr neue Genossenschaftswohnungen.
Ein sinnvolles Ziel, oder?

Ich hab's sonst ja nicht mit dem Totschlagargument "Neiddebatte". Hier war es im Gegensatz zur Erbschaftsinitiative mal eine. Pro Jahr nicht mal 2 Mio. Ersparnis. Da kann die SVP ihre Steuersenkungsforderungen gleich mal stecken lassen. Es ist wie mit den Cheflöhnen bei den Krankenkassen. Die machen zwar eine schlechte Falle, machen den Braten aber auch nicht feiss. Streicht man alle Chefgehälter der grossen KK auf Fr. 200'000.- zusammen, kann man vom eingesparten Geld gerade mal einige Fälle seltener Krankheiten heilen, einige Dutzend Krebs-Chemotherapien verabreichen oder einige MRI-Geräte oder OP-Roboter poschten...

Es geht nicht um Neid, sondern darum, das wahre Problem zu erkennen.
Betreffend Kommentar von Journalist Patrick Nigg:
https://www.suedostschweiz.ch/graubuenden/zu-den-ruhegehaeltern-auch-be…
Armin Häussler 01.12.2025 - 07:56 Uhr
Das tönt wie eine Drohung an das Volk!
Wolfgang Reuss 01.12.2025 - 13:15 Uhr In reply to by
Yeah, das ist, was das Volk hervorragend kann: sich einschüchtern lassen.
Einerseits:
SO 30.11.25 - 18:15 Uhr:
Das Bündner Stimmvolk hat die Volksinitiative «Schluss mit goldenem Fallschirm für Regierungsmitglieder» deutlich angenommen.
Die SVP-Initiative wurde mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 65,4 Prozent angenommen.
Hingegen:
Unter dem "ängstigenden" Kommentar von Patrick Nigg stehen 26 Likes und 17 Dislikes, quasi das umgekehrte Ergebnis des 30.11.2025 (!). Interesting, isn't it.
Es müsste doch bekannt sein (auch MIT Ruhegehalt):
Die Politik ist voller Interessenvertreter (Lobbyisten): Volksvertreter oder Volkszertreter?
Volkszitrone "Goldesel" wird in unserer Hochpreisinsel ausgepresst (Umverteilung von unten nach oben):
Mieterverband beklagt seit Jahren: Die Mieter zahlen – jedes Jahr – 10 Milliarden Franken ZUVIEL.
Versicherungsbranche:
Jahrhundertsünde:
https://www.saldo.ch/artikel/artikeldetail/15-jahre-arbeit-fuer-die-kat…
Aber die "tapferen Tellentöchter und -söhne" wählen trotzdem seit Jahrzehnten Überpreis und Wohnungsnot, statt endlich staatlichen Wohnungsbau und JEDEM SCHWEIZER seine Anzahl Quadratmeter Wohnen - als seinen Anteil an seiner Heimat! - zu garantieren auf Lebenszeit (nicht vererbbar), so wie ich das seit Jahren vorschlage. Stattdessen werden allen möglichen Sawiris schweizweit Grund und Boden in den Rachen geschmissen für die Luxusreichen (Zweit-, Dritt-, Viert-Wohnungen und -Häuser).
Das Politikerproblem lässt sich nicht mit Geld (Ruhegehältern etc.) lösen, sondern nur durch aufmerksame Stimmbürger, die die Richtigen wählen, und klare Regeln, Beispiele:
►Konkurrenzverbot im Arbeitsvertrag in der Schweiz nach OR
Ein Konkurrenzverbot schützt die Geschäftsinteressen, indem es untersagt, in einem bestimmten Gebiet und Zeitraum im gleichen Geschäftsfeld tätig zu sein.
►Entlassung zeitnah möglich; ebenfalls wie in der Wirtschaft.

Es geht nicht um Neid, sondern um Gerechtigkeit. Wer viel verdient, dürfte Reserven haben und ist nicht ruiniert, wenn er aus seinem Amt abgewählt wird. Er soll behandelt werden, wie andere Angestellte auch. Ich bin auch gegen Boni in der Privatwirtschaft. Wer einen hohen Lohn hat, braucht keinen Bonus, da er für seine Leistung bereits gut bezahlt wird.

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