Finanzpolitik in Chur und Davos
Aktivismus vs. Voraussicht
In den letzten fünf Jahren hat Chur die Erfolgsrechnung im Schnitt 11.5 Mio. Franken besser abgeschlossen als budgetiert. Und im Schnitt jährlich 16 Mio. weniger investiert als budgetiert. Trotz dieser Zahlen und sehr solider finanzieller Ausgangslage soll die Stadt jetzt ein überdimensioniertes Abbaupaket schnüren. Die bürgerliche Mehrheit im Gemeinderat hat den bereits unausgegorenen Vorschlag des Stadtrats noch zusätzlich verschlimmert – zu einem vorprogrammierten, unnötigen Kahlschlag städtischer Leistungen. Es ist ein Zufall, dass Chur und Davos am selben Tag die finanzpolitischen Weichen für die Zukunft gestellt haben. Trotz ähnlicher Ausgangslage mit gesunden Finanzen und hohem Investitionsbedarf treffen die beiden Gemeinden frappant unterschiedliche Entscheidungen. Während Chur in finanzpolitischen Aktivismus aufgrund ungenügender Analysen fällt, wählt Davos einen vorausschauenden Weg ohne Leistungsabbau. Letzteres wünsche ich mir auch für unsere Kantonshauptstadt. Gegen einen unnötigen Kahlschlag wird sich die Bevölkerung wie schon vor anderthalb Jahren zu Recht vehement wehren.
Andri Perl
Chur
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