Kommentar zur Ausgabe vom 21. August; Kreisel in Küblis
Auch Carigiet hatte seine Freude daran.
Wie habe ich mich gefreut, als ich zum ersten Mal die farbigen Geissen auf dem Kübliser Kreisel sah. Sofort erahnte ich den „Verunstalter“. Wem ist das nicht so ergangen? Er war und bleibt das Urgestein und Paradepferd der Bündner Kunst. Wer anders als Alois Carigiet selig mit seinem weissen Hut und dem weiten schwarzen Pullover ist da nachts um den Kreisel gekreiselt und hat die Geisslein gestreichelt? Als er von seinem Ausflug wieder zurück in die Ewigkeit marschierte, werden ihm die Geissen überaus freundlich und dankbar nachgeblickt haben, magisch angehaucht irgendwie, jedenfalls mit einer rosa und pinkigen Aura.
Gut, jawohl, klar, man wird aus rechtlichen Gründen dagegen sein müssen, dass jeder Schelm öffentliches Gut fraglos auf- oder enthübschen kann. In diesem besonderen Fall aber hätte die Gemeinde Luzein den tieferen Sinn erkennen, eine Ausnahme machen und die Tausendvierhundert Franken statt für die „Ziegenrettung“ für eine zusätzliche Figur ausgeben können, die z.B. eine der Geissen tränkt oder melkt. Carigiet bevorzugte zu Lebzeiten für seine Geissen orange und grün. Die Aussage aber bleibt die gleiche: Das Grau der Realität sollte mithilfe der Phantasie zum Leben erwachen. Quai as fatg bagn, Alois!
Markus Amstutz, Lunden
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Die Künstlerin sah…
Die Künstlerin sah jedenfalls zumindest am Anfang die ganze Sache auch etwas weniger verkrampft. Übrigens: pinkig=rosarotig...