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Solargrossanlage Samedan

AUFRUF AN DIE EINWOHNER VON SAMEDAN

Eine 30 Jahre lang von vielen Einwohnern täglich einsehbare Fläche, 28 Fussballplätzen entsprechend, mit dunklen Solarpanelen. Einzige Ausnahme bilden jene, die Höhe Talboden wohnen. Noch besser sichtbar ist der riesige schwarze Fleck für die Touristen, die auf der Alp Muntasch, auf Marguns und vielen anderen schönen Punkten die Aussicht geniessen wollen. Will die Bevölkerung von Samedan das wirklich? Eine aktuelle Studie der ETH Lausanne kommt zum Schluss, dass die geplanten Solar- und Windanlagen bei weitem nicht für die Elektrifizierung des Strassenverkehrs und den Ersatz der Ölheizungen durch Wärmepumpen ausreichen wird. Die am 19. Juni 2024 vorgestellte, redimensionierte Grosssolaranlage Samedan produziert in einem Jahr 1,4% der mittleren Stromproduktion der Engadiner Kraftwerke AG bzw. 0,2% der Produktion eines Kernkraftwerks. Da sich Produktions- und Bedarfszeitpunkt von Strom aus Solaranlagen nicht decken (keine Produktion ohne Sonne, keine Speicherung), ist der Nutzen im Verhältnis zu den erwähnten Produktionsarten noch viel tiefer anzusetzen. Daraus ergibt sich für das Solarprojekt ein noch viel massiveres Missverhältnis zwischen Landschaftsschaden und weiteren Nachteilen einerseits und Nutzen andererseits. Das Engadin und Samedan mit ihrer grossen territorialen Fläche, mit dem Piz Bernina als höchsten Punkt, tragen bereits heute einen gewichtigen Beitrag an die Stromversorgung der Schweiz durch Wasserkraft bei.
Solaranlagen verursachen im Übrigen auf der Basis von Lebenszyklus-Analysen 3-5 Mal mehr CO2-Emissionen pro kWh produzierten Strom als Wasser- und Atomkraftwerke.
Die Kosten des Solarstroms liegen, trotz der massiven Subventionen, die schlussendlich ebenfalls von den Konsumenten über die Verteilkosten mit ihrer Stromrechnung bezahlt werden, höher als bei herkömmlichen Produktionsarten und schon gar als am freien Strommarkt. Mit der Annahme des Stromgesetzes ist jetzt ein wichtiger Schritt gemacht worden, die Schweiz braucht die Anlage von Samedan nicht.
Die Stimmbürger von Samedan haben es in der Hand, an der Gemeindeversammlung vom 11. Juli 2023 NEIN zum Abschluss der Dienstbarkeitsverträge zu stimmen. Das gesamte Oberengadin, im Speziellen der Tourismus, die grösste Stütze unserer Wertschöpfungskette, wird es Ihnen verdanken.

IG «NEIN» zur Solargrossanlage Samedan
Roland Andri / www.solarsamedan.ch

Roland Andri
21.06.24 - 14:35 Uhr
Leserbrief
Ort:
Samedan
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