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Neues Entsorgungskonzept des Kantons Glarus

Alles Schönreden hilft nichts. Wenn man es nüchtern betrachtet, ist das neue Entsorgungskonzept nichts als eine langfristige Kostenreduktion auf dem Rücken der Kunden. Über die negativen Folgen der damit einhergehenden Personalreduktion wollen wir gar nicht reden. Was die Unterflurcontainer angeht, so wird es davon abhängen, wie sie verteilt sind. Muss ich bis 50m zum nächsten Container laufen, ist das eine gute Sache. Sind es deutlich mehr als 100m, ist es nicht mehr als eine Zumutung. Und mit Sicherheit wird es mit diesen Containern so gehen, wie mit den Werkhöfen: Früher hatten wir einen im Ort. Dann hatten wir einen für zwei Orte. Dann gab es plötzlich Öffnungszeiten, die auch diesen noch praktisch unbenutzbar machen. Berufstätige müssten sich praktisch Urlaub nehmen, um Wertstoffe zu entsorgen, nicht-Berufstätige brauchen ein Auto, das sie möglicherweise nicht haben. Um Papier und Kartonagen zu entsorgen, muss ich ohnehin 15km zur nächsten Maxi fahren. Die halbjährliche Sammlung kann man getrost vergessen. Überall gilt mittlerweile Papier statt Plastik, Werbung bekommt man oft auch ungewollt, jedes Päckli ist doppelt und dreifach verpackt. Man wird derart mit Papier und Kartonagen bombardiert, dass dieser Posten mittlerweile einen grossen Teil des Hausmülls ausmacht. Und wenn ich das neue Entsorgungskonzept richtig verstehe, soll diese Situation nicht verbessert, sondern weiterhin verschlechtert werden. Das ist mir völlig unverständlich, weil es komplett am Bedarf vorbeigeht. Worin besteht das Problem neben jeden Altglascontainer auch eine Einwurfstelle für Papier und Kartons anzuordnen? Papier stinkt nicht und es macht keinen Lärm beim Einwurf.
Was ich mir wünschen würde, wie auch immer ein zukünftiges Entsorgungskonzept des Kantons aussieht, ist eines das sich an den Bedürfnissen derer orientiert, die es bezahlen, den Kunden, und nicht am Ach-wäre-das-schön derer, die eigentlich diese Bedürfnisse zu bedienen haben.

Dennis Lagemann
19.06.24 - 08:45 Uhr
Leserbrief
Ort:
Linthal
Zum Artikel:
Neues Abfallkonzept in Glarus Nord umstritten, GL, 18.06.
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