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Was unflätiges Verhalten fördert

Der Vorfall letzte Woche mit den Nationalräten Aeschi und Graber im Bundeshaus wäre die Aufregung nicht wert, stünde er nicht in einer Reihe ähnlicher Ereignisse, die alle mit der SVP verbunden sind. Andreas Glarners Entgleisung gegenüber Nationalrätin Arslan, der wegen rassistischen Äusserungen gerichtlich verurteilte Walliser Nationalrat Jean-Luc Addor oder die Neonazi-Flagge Oskar Freysingers sind weitere Beispiele dafür. Die aufgeführten Politiker sind alle Mitglieder der Schweizerischen Volkspartei, einer Partei, die vorgibt, für Recht und Ordnung einzustehen. Doch nicht nur diesbezüglich sind Widersprüche auszumachen. So werden von dieser Partei auf der einen Seite Patriotismus und Unabhängigkeit hochgehalten, und auf der anderen Seite wird einer Nation wie der Ukraine dasselbe nicht auch zugestanden. Schon das damalige demonstrative Fernbleiben der SVP-Bundeshausfraktion bei der Übertragung der Rede des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wie auch aktuell beim Besuch des ukrainischen Parlamentspräsidenten Ruslan Stefanchuk sind Ausdruck einer niederträchtigen Einstellung diesem von Russland angegriffenen Land gegenüber.
Alle, die Sympathisantinnen und Sympathisanten dieser Partei in politische Ämter wählen, sollten sich fragen, ob die angeführten Beispiele lediglich einzelnen Hitzköpfen zuzuschreiben oder nicht doch Ausdruck eines parteiprogrammatischen Wertesystems sind, das den Nährboden für solch unflätiges Verhalten legt.

Ruedi Haltiner
16.06.24 - 09:54 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
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Die beiden Spitzbuben Aeschi und Graber können ja in den Bundestag nach Berlin umsiedeln, wenn es ihnen im Bundeshaus nicht passt. Mit der AfD können sie dann die Bundespolizisten und andere anpöbeln!
Schande über der SVP, so nicht S‘il Vous Plait.

In Europa sind die Rechtsnationalisten auf dem Vormarsch. Alle Gruppierungen haben mehr oder weniger viele Gemeinsamkeiten:
- Sie haben einfache Lösungen für komplizierte Herausforderungen. Zum Beispiel: Energieprobleme werden mit Atomkraftwerken gelöst.
- Sie können immer einen Schuldigen ausmachen. Z.B. die Linken, die Klimaschützer, die Alten sind an allem schuld.
- Sie lieben starke Männer. z.B. Putin ist der neue Messias
- Sie provozieren gerne, um den Rechtsstaat zu destabilisieren.
- Sie bekämpfen die staatlichen Medien, weil gute und objektive Informationsquellen für sie eine Gefahr sind, weil sie ihre Lügen aufdecken könnten.
- Sie werden den nächsten Quisling oder Pétain aus ihren Reihen holen, sobald das besetzte Land Kollaborateure braucht.

Ruedi Haltiner, Ihre Schlagworte "niederträchtigen Einstellung, Hitzköpfen, unflätiges Verhalten" und wie der (meines Wissens der faktenbasierten, neutralen Berichterstattung verpflichtete) Journalismus (etwa watson.ch mehr als eine PR-Postille) über Menschen herzieht, das mag Ihre Seite als "westliche Werte alias USA-Nato-Religion" betrachten.
Meine Diagnose und Prognose: Gute Nacht, Abendland.

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