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Baurechtsvergabe in Chur West

Nicht zu diesem Preis

Die Stadt Chur möchte für die Realisierung eines Hochhauses ich Chur West, eine Parzelle Bauland im Baurecht vergeben. Der dafür vorgeschlagene Baurechtszins basiert aber auf einem Bodenwert von 1750 Fr./ m2 und ist viel zu tief angesetzt. Zum Vergleich: Für das Grundstück des alten Stadtspitals im Welschdörfli rechnet die Stadt mit einem Landpreis von 2500 Fr./m2. und das in einer Wohnzone, welche nur eine halb so hohe Ausnützungsziffer hat und somit auch nur halb so viel Wohnfläche erlaubt. Das ergibt rechnerisch einen „Rabatt“ von 65%. Zusätzlich macht die Stadt auch eine Mischrechnung und berücksichtigt in den ersten 18 Jahren den alten Baurechtszins einer bestehenden Industriehalle (ca. 13‘000 Fr./Jahr). Das ist nicht nachvollziehbar. Dieser Zins entspricht einem älteren Baurechtsvertrag in einer Industriezone, nicht aber einem neuen Vertrag in der heutigen Hochhauszone mit einer Ausnützungsziffer von 2.0, welche die Realisierung von mehreren Tausend Quadratmetern Wohnfläche erlaubt. Durch diese Mischrechnung verliert die Stadt nochmals 2.9 Mio. Fr. an Einnahmen. Das alles mag für die Investoren sehr attraktiv sein, für die Stadt Chur ist es aber kein gutes Geschäft. Die durch den Stadtrat ausgehandelten Baurechtszinsen sind somit weit unter den Marktpreisen und die fehlenden Einnahmen gehen zulasten der Steuerzahlenden. Aus diesem Grunde werde ich die Baurechtsvergabe zu den vorgeschlagenen Konditionen ablehnen.

Vincenzo Cangemi, Architekt und Gemeinderat, Chur

Vincenzo Cangemi
18.05.24 - 14:24 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
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